Neue Begriffe braucht die Welt

Gestern war zu hören, dass das Bundesamt für Migration einen Umbau – schon wieder – benötigt. Nun, das kann ich nicht beurteilen und habe darum auch kein Problem damit.

Und gestern im Radio wurde auch Hans Wüthrich interviewt. Ich finde den Mann wirklich gut und habe das an einem Vortrag auch miterleben dürfen. Sein Buch “Musterbrecher” ist wirklich lesenswert. Er ist als Professor an der Universität der Bundeswehr in München tätig.

Doch gestern hat er dann doch etwas übertrieben mit neuen Begriffen. Da sprach er doch von “kulturellen Kollateralschäden”, die im Bundesamt entstanden seien. Der Begriff “Kollateralschaden” kommt – woher denn sonst – aus dem militärischen Wortschatz und deutet auf einen Schaden bei einer militärischen Aktion hin. Insbesondere auf Todesfälle unter Zivilisten. Ich hoffe nun, dass in den Gängen des Bundesamts nicht massenweise tote Kulturen herumliegen oder gar Leichen von Beamten anzutreffen sind, welche von den lasergesteuerten Beratern erschlagen wurden.

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Freude, Enttäuschung und Stolz

Nein, Schrecken hat es nicht verursacht. Der Umstand, dass ich schon seit dem letzten Juli nichts mehr in meinem Blog hinterlassen habe. Trotzdem ist ein Blog zum Füllen da. So fülle ich heute.

Zuerst schreibe ich über Enttäuschungen. Doch nur kurz. Obwohl ich gestern eine grössere Ausgabe davon erlebt habe, habe ich wieder einmal festgestellt, dass es Dinge gibt, die man mit zunehmendem Alter einfacher wegsteckt. Warum das Ding zunehmendes Alter heisst ist mir schleierhaft. Schliesslich bin ich noch niemandem mit abnehmendem Alter begegnet. Anyway: Enttäuschungen sind da, um daraus zu lernen. Und bin überzeugt, ich bin gescheiter als gestern. Auch wenn jetzt einige anmerken werden, dass dies in meiner Situation auch nicht besonders schwer sei.

Jetzt kommt Ganz was anderes – oder nicht? Kim (einer aus meiner aktuellen Arbeitsfamilie) hat mir heute einen Link gesandt. Ich solle mir doch einmal das Video von Olaf Schubert, einem deutschen Komiker ansehen. Gesagt getan. Da spricht der Mann über seinen Nachbarn. Seine Beschreibung enthält zwei Ausdrücke, die ich für bestimmte Situationen sehr passend finde. Er beschreibt den Nachbarn als “erkenntnisresistent” und “kognitiv zu früh abgebogen”. Wie immer sind Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt. Warum in diesen Disclaimern nur die lebenden Personen angesprochen sind, ist mir nicht klar. Wahrscheinlich hat das noch kein Jurist gesehen. Sonst wären die Disclaimer länger als der jeweils vorangehende Text.

Nun zur Freude – das baut doch auf. Gestern war ich, etwas früher als sonst, auf dem Weg nach Hause. Da kam mir in den Sinn, dass Dorner Junior der erste (wir nennen ihn Nic) gestern seine Autoprüfung absolvierte und nach meinen Hochrechnungen, just in diesem Moment von der Prüfung zurück sein sollte. Mit der Annahme lag ich nur ca. fünf Minuten falsch. Er war schon wieder weg. Dank modernster Kommunikationstechnik konnten wir in Sprechkontakt treten. Nur wenige Minuten später gratulierte ich dem jungen Mann zur bestandenen Prüfung. Am Abend “musste” er – zum Glück mit dem Auto meiner Frau – eine Runde drehen und die Prüfung feiern. Ein Grund zur Freude – isn’t it?

Und heute hatte ich einen ziemlich abwechslungsreichen Tag. Traf mich am Abend mit zwei sympathischen Leuten in Olten und um neun öffnete ich unsere Haustüre. Zuerst begrüsste ich meine liebe Frau. Dem Nic (der als einziger noch zu Hause war) sagte ich, er habe vergessen den “L” vom Auto zu nehmen… Und auf meinem Rolltischen beim Bett (das ist so ein Tischen wie im Spital. Da stelle ich den Mac darauf ab und schreibe solche Geschichten wie jetzt gerade) fand ich ein Päckchen von Beeler und einen Zettel darauf: Für meinen Lieblings Daddy-Fahrlehrer, Projektmanager, Gesundermenschenverstandexperte. Was – frage ich mich – ist schöner im Leben, als ein solches Feedback?

Ach ja, zum Stolz wollte ich auch noch etwas schreiben. Auf solche Situationen wie eben beschrieben bin ich stolz. Da bin ich – einmal mehr (wenn ich das in meiner nicht immer überschwänglichen Bescheidenheit schreiben darf) – überzeugt ein paar wichtige Dinge im Leben richtig gemacht zu haben. Frei nach diesem Zitat:

A hundred years form now it will not matter what my bank account was, the sort of house I lived in, or the kind of car I drove … but the world may different because I was important in the life of a child (Forest E. Witcraft).
Das sollte sich doch jeder Vater hinter die Ohren kritzeln. Und sonst gar nichts.

Gute Nacht.

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Ich wollt ich wär ein Bär

Nach einiger Zeit der schriftstellerischen Stille in diesem Blog – hier als wieder einmal ein paar Zeilen aus der Lätti.

Heute ist Sonntag – um 8.15 sitze ich vor unserem gemütlichen Reihenhäuschen und geniesse es schier grenzenlos, dass sich die Sonne noch hinter den Wolken versteckt und somit die Temperatur noch nicht so hoch ist. Nach dem herrlichen Regen von gestern erst recht nicht.

Und wie ich so da sitze und die Ruhe gniesse, plärt ein Schaf in der Nähe. Seit ein paar Tagen hat ein benachbarter Bauer nun – da wir auf dem Lande leben – ein paar Schafe in der Nähe unseres Hauses parkiert. Wenn das mit den Dingern so wäre mit den Kühen oder Auto, dann wäre ja das noch einigermassen erträglich. Aber eines dieser Schafe plärt nun schon seit einer Stunde “mäh, mäh” etc.

Da denke ich den Bären, der wieder einmal sich erdreistet hat und aus dem wilden Italien in die geschützte Schweiz gekommen ist. Dabei hat er doch auf seinem Weg durch die Berge ein paar Schafen den Garaus gemacht. Einen Teil hat er wohl gegessen. Warum er andere Schafe auch einfach ins Jenseits befördert hat, darüber rätseln nun ganze Heerscharen von Forschern. Dabei, liebe Forscher, liegt dies doch auf der Hand. Kommen Sie zu mir in die Lätti, setzen Sie sich neben mich, an einem solch schönen gemütlichen Sonntag Morgen und Sie werden verstehen.

Darum wär ich heute gerne ein Bär. Und vielleicht gäbe es dann heute Abend, wenn wir draussen den WM Final (mein erstes Liveerlebnis an dieser WM) anschauen, anstelle von Schweinekoteletts ein Schafsragout.

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Toscana – der liebe Gott und Jesus

Der Titel lässt durchaus den Schluss zu, dass ich nun defintiiv durchgeknallt bin. Nun – das kann man durchaus so sehen, will heissen, das kommt auf den Standpunkt von Dir liebem Leser an. Von dort wo Du stehst mag das vielleicht so aussehen, andere würde mich als ganz normal bezeichnen – und das wäre dann schon fast wieder eine Beleidigung.

Zuerst zur Toscana. Ich sitze hier im Skipper – einer Bar am Strand von Castiglione della Pescaia und schreibe – was wohl klar ist, weil sonst dieser Artikel hier nicht entstehen könnte. Warum geht man in die Toscana. Wegen dem warmen Wetter (ich schreibe absichtlich nicht schönes Wetter – weil schön definitiv relativ ist), den besten Pizzas der Welt, dem angenehm warmen Meer, wegen der freundlichen Italiener und und und. Das dachten wir auch. Ich sitze jetzt also hier in dieser Bar und wäre eigentlich noch daran auf dem Golfplatz von Punta Ala meinen zweiten neun Löcher zu spielen. Doch es regnet derart stark, dass ich beschlossen habe nach den ersten neun total durchnässt die Storzen zu strecken und mich in den Skipper zurück zu ziehen. Heute und morgen kommen dann noch etwas 26 Freunde von uns hierher um den Geburtstag unserer Nachbarin Lisa zu feiern. Und so wird das Wetter unweigerlich in den Hintergrund gedrängt und das ist auch gut.

Wir – meine liebe Frau und unser Jüngster sind nämlich schon seit drei Tagen hier und geniessen das Leben. Will heissen: meine Diät macht mal Pause. Am Samstag sind wir kurz vor fünf auf die Autobahn eingebogen und kamen sehr gut vorwärts. Wenn ab Luzern bis kurz nach Mailand nicht so viele Baustellen offen wären, könnte man das Ganze auch durchaus als Autobahn bezeichnen. Nun denn: nach einem Abstecher beim schiefen Turm von Pisa kamen wir gegen drei Uhr nachmittags hier in der Toscana an. Kaum im Hotel machten wir uns auf den Weg nach Downtown Castiglione della Pescaia und machten das, was alle in einer solchen Situation tun. Wir suchten ein Restaurant auf, welches wir schon vom letzten mal her kannten – nach dem Apèro versteht sich. Will heissen: wir assen in einer Pizzeria – die beste Pizza so far – wie sich bis gestern herausgestellt hat. Auf dem Weg zurück zum Hotel hatten wir auch schon die Bar Skipper ausgemacht, wo man gratis im Internet surfen kann.  Um acht waren wir unter den ungläubigen Blicken unseres Hoteliers schon wieder zurück und drei Minuten später viel ich schon in einen mittleren Tiefschlaf. Der Sonntag stand dann – wenigstens für mich - ganz im Zeichen von Fallbeispielen für Qualitätsmanagement und einem Marketingkonzept für das PM Training Forum. Der Abend gehörte dann wieder ganz meiner Familie – wenigstens dem Teil der mitgekommen ist. Was wohl? Genau Pizzeria – Davids Leibspeise ist Pizza Margherita. Zurück im Hotel waren wir dann so gegen zehn – ohne viel Aufsehen. Gestern stand ganz im Zeichen von  Giardino dei Tarocchi (http://www.nikidesaintphalle.com/) – einfach herrlich der Garten. Nach zwei Stunden machten wir uns auf einen gemütlichen Weg nach Hause. Durch die malerischen Hügel der Toscana, den Olivenbäumen und Städtchen waren wir um sechs zurück im Hotel Anfora. Kurz hingelegt, mit David die schon zur Tradition gewordene Runde Tischfussball gespielt trafen wir uns in einer Weinbar zum Apéro. Warum bei immer der Eindruck entsteht, dass wir immer trinken und essen – ist mir selbstverständlich unerklärlich. Trotzdem: danach gab’s? Ja genau: Pizza. Um elf waren wir wieder zu Hause im Bett. Um halb klopfte eine Dame energisch gegen unsere Zimmertür und verlangte Roberto zu sprechen. Ein paar berndeutsche Ausdrücke überzeugten die Dame schliesslich davon, dass hier kein Roberto zu finden sei. Und schon waren wir – essen – ja – beim Frühstück. Danach machte ich mich guten Mutes auf den Weg zum Golf – und so schliesst sich der Kreis wieder.

Obwohl wir hier ziemlich nach bei Rom sind, dreht sich der zweite Teil dieses Blogs nicht um die Kirche – vor allem die katholische – wozu mir wahrscheinlich auf ein paar lustige Dinge einfallen würden.

Auf Gott und Jesus bin ich gestern im Bett gekommen. Kurze Einleitung: vor einiger Zeit habe ich mit meinen Jungs einen Dokumentarfilm darüber angeschaut, wie sich die Forscher die Erde in 200 oder 300 Millionen Jahren vorstellen. Interessanterweise spielen in diesen Filmen die Menschen keine Rolle mehr. So dachte ich mir, wie wohl Gott und Jesus nachdem der letzte Mensch (was für eine langweilige Welt wird das für ihn wohl sein) das zeitliche gesegnet hat, über die letzten paar tausend Jahre philosophieren würden.

Vielleicht etwa so:

„Hei Pa, nimmst Du auch eins von den Nespresso, die uns George Cloony gebracht hat, damit er als letzter Mensch überleben kann?“

„Klar Sohn“ antwortet der Liebe Gott „ich nehme ein Ristretto. Wie lange reicht den unser Vorrat noch aus?“

„Das kann noch ein paar hundert Jahre dauern. Schliesslich war George sehr grosszügig.“ gibt Jesus zurück „Pa, wenn Du noch einmal zurück könntest, was würdest Du anders tun?“ – kennt ihr diese Frage aus der Werbung?
By the way: ich würde meine Brille nie bei Fielmann kaufen!

„Weisst Du, eigentlich nichts. Wir haben alles getan, dass es den Menschen gut geht, dass sie sich entwickeln konnten. Und eigentlich ist das auch ganz gelungen. Wenn sie nur nicht so unersättlich gewesen wären, wenn nicht so viele die Macht an sich gerissen hätten und schliesslich nicht bloss ein paar die Geschicke der Menschen geleitet hätten. Oder wenn es wenigstens diejenigen getan hätten, die es gut mit den Menschen meinten. Da gab es einige gute Beispiele. Aber wie denkst Du darüber?“

„Ich sehe das auch so. Wir haben doch getan was wir konnten. Vielleicht waren die Prüfungen halt doch etwas zu hart, die wir Ihnen auferlegt haben. Da war zuerst das Ding mit dem Apfel. Das war ein schlechter Anfang. Dann das Ganze mit den grossen Herrschern, die glaubten die Welt verändern zu können. Das war auch ein Reinfall. Aber mit den grossen Erfindern haben wir sie doch immer wieder auf den richtigen Weg einlenken wollen. Und jetzt am Schluss konnten wir sie nicht mehr retten – schade – einige waren mir wirklich ans Herz gewachsen.“

Der Gedanke hat mich nicht ganz losgelassen und eigentlich gäbe es ja viel zu sagen. Aber was nicht gesagt ist, lässt euch Raum zum Nachdenken.

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Eine Hommage an … Teil 2

Der Kluge reist im Zuge. Da kann – man – d.h. zum Beispiel ich – aber auch viele, viele andere – schreiben, am PC sitzen und so tun als ob man etwas wahnsinnig Wichtiges zu tun hat. Ich sitze also jetzt – zum zweiten Mal diese Woche – im Zug nach Zürich. Und heute habe ich mich für die Variante mit den gestressten, wahnisinnig wichtigen, immer mit dem Handy erreichbaren und eben immer vor dem Notebook sitzenden Leute entschieden. Will heissen den Intercity von Bern nach Zürich (heute bis zum Flughafen).

Und ich “muss” n0ch auf etwas Weiteres aus meinem Eintrag von vorgestern zurück kommen. Meine Anti-Hommage an die Menschen. Es gilt hier mit aller Vehemenz zu verhindern, dass die Ansicht zustande kommt, ich hätte etwas gegen Menschen. Nun das trifft natürlich – wenigstens im Allgemeinen betrachtet – nicht zu. Aber im Speziellen natürlich schon. Politiker haben es da natürlich besonders schwer. Unsere südlichen Nachbarn mit ihrem eitlen, selbstherrlichen, ver-rückten Silvio bilden da zusammen mit den Chefs in Lybien, Iran, Israel und Nordkorea (die Aufzählung ist nicht abschliessend) die eine Seite des Spektrums. Auf dieser Skala nicht so weit drüben stehen auch ein paar Politiker aus der Schweiz. Da bin ich mir dann manchmal nicht sicher ob die einfach nur hinterlistig, berechnend (Chrigu die Reinigungsmaschine) oder zu wenig schlau (Rüedu genannt Gargamel) sind. Und dann sind da die vielen – wirklich vielen – tollen Leute, die ich jeden Tag treffe, mit denen ich gerne zusammenarbeite, die Freizeit verbringe, Eishockey und Golf spiele, verrückte (nicht Silvionisch gemeint) Ideen spinne, tolle Dinge umsetze, lache, Spass habe, fröhlich bin etc. Und natürlich meine Lieben zu Hause – meine Anvertraute, meine drei Jungs, die sich prächtig machen und auf die ich unheimlich stolz bin. Eben Leute wie Pesche, Hene, Dänu, Ruth, Claudia, Monika, Nic, Beat, Mischu, Role, Ädu, Tim, Mike, Gisela, Lisa, Max, David, Daniela, Caroline, Gabi, Thömu, Sven, Fränzi, Thömu, Romi, Phippu, Retti, Marc, Röfe, Jessi, Sile, Märku, Eveline, Jörg, Wöufu und alle anderen, die ich nicht aufzählen kann, weil mir einfach nicht alle auf einmal in den Sinn kommen und die Reihenfolge hier einfach so ist, wie mir die Namen in den Sinn gekommen sind.

Manchmal wünschen wir uns auf eine einsame Insel und nach drei Tagen wäre uns schon wieder langweilig, weil eben all diese lieben Menschen nicht da sind. Und darum stehe ich am morgen (meistens) fröhlich auf und freue mich auf das was auf mich  zu kommt. Auf alle die “herrlichen” Probleme, die es zu lösen gilt, auf all die schönen Ergebnisse, die wir zusammen erarbeiten können und auf die vielen schönen Stunden mit euch Freunden und Familie – das ist doch das, was das Leben lebenswert macht.

Gestern hatte ich eine schöne Diskussion mit einem Bekannten, der gerade von einer sehr sehr langen Reise um die halbe Welt zurück gekommen ist. Wir haben uns darüber unterhalten wie andere Menschen in anderen Ländern leben, in welchen Umständen und Umgebungen dies geschieht und wie in anderen Länder die Uhren einfach anders ticken, wie andere Dinge “wichitg” sind. Nicht das Handy, nicht die Macht sondern einfach das Leben. Wie zum Beispiel in Jamaica, wo eigentlich (ausser in Kingston) kein Mensch Hunger leider muss, wo ich in den Urwald gehen kann und immer Nahrung finde. Dort lebe ich mit dem was ich habe und wenn ich etwas mehr haben möchte gehe ich arbeiten und wenn ich es habe, dann sitze ich zu Hause und geniesse was ich habe. Ob das bei uns auch funktionieren kann, weiss ich auch nicht. Aber, dass wir manchmal etwas mehr Gelassenheit an den Tag legen könnten und dabei im Mindesten nicht weniger glücklich wären, davon bin überzeugt. Die ganze Hektik, das Gehetze von einem Meeting zum nächsten, der Stress auf einer Resie, wenn das Gefühl entsteht, wir könnten etwas verpassen, wenn wir nicht wie die Japaner von einer Attraktion zur nächsten rennen – und dabei wohl gerade dann am meisten verpassen, hindert uns doch daran Gefühle zu haben, wieder einmal in Ruhe über etwas nachzudenken, wieder einmal über eine Idee zu schlafen und dann am nächsten Tag mit einem tollen Gefühl das Richtige zu tun. Ja, wenn Zeit zum Luxusgut wird, dann haben wir definitv etwas falsch gemacht. Jetzt habe ich mir als den Luxus geleistet im Zug zu sitzen, zu philosophieren und das Ganze auch noch aufzuschreiben.

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Eine Hommage an …

Heute bin ich unterwegs. Wieder einmal auf dem Weg nach Zürich – an ein Projektmanagement Symposium. Gestern habe ich mich entschieden den Weg über Biel anstatt – wie normal – über Bern zu nehmen. Da hat es im ICN die besseren „Arbeitsplätze“ und vor allem weniger von den immer so gestresst dreinschauenden, nach Zürich hetzenden Managertypen, die im Zug meistens zwei bis drei Sitze für die eigene Aura belegen. Nur um dann noch gestresster und beleidigender drein zu schauen, wenn man dann fragt, ob man (ich) wohl einen dieser freien Sitzen belegen dürfe.

Nun denn: ich bin also auf dem Weg nach Zürich und es ist einfach herrlich. 6.20 – der Zug von Buchsi (für nicht so geübte Berner: das ist die Kurzform von Münchenbuchsee) nach Biel kommt pünktlich an.

Da bin ich schon bei Hommage Teil 1: Eine Hommage an die Bahn – sprich SBB. Da werden doch jedes Jahr diese Statistiken erhoben. Wie viele Züge verkehren pünktlich – will heissen innerhalb von drei Minuten gegenüber dem Fahrplan usw. Liebe SBB: Die Pünktlichkeit die Du jeden Tag an den Tag legst ist einfach phänomenal. Klar manchmal kommt der Zug ein paar Minuten zu spät und manchmal verpasse ich deswegen einen Anschlusszug. Manchmal kommt der Zug gar nicht, weil irgendwo etwas passiert ist – that’s life. Das Leben ist ja schliesslich so interessant, weil es so voller Ungewissheit, Risiken, Freuden, Unterhaltung, Abenteure etc. ist. Und wir regen uns ja im Auto auch nicht so auf, wenn wir einmal in einem Stau stehen. Schon mehr, wenigstens ich, wenn ich hinter einer lahmen Ente (kommt das noch von diesem Auto aus den achtziger Jahren?) herfahren muss. Wenn einer pennt auf der Strasse. Aber jetzt zurück zur SBB. Danke liebe SBBler ihr macht jeden Tag einen höllisch guten Job.

Doch nun zurück zu meiner „Reise“ nach Zürich. Auch in Biel kommt zur richtigen Zeit ein Zug und nimmt mich mit. Zugegeben – auch ein paar andere. So ein Zug für mich alleine wäre ja etwas langweilig ganz zu schweigen von der Ökologie.

Gerade sehe ich aus dem Fenster hinaus die Sonne im Morgennebel aufgehen und geniesse den wunderschönen Anblick.

Teil 2 der Hommage. Liebe Erde: ich finde es einfach toll hier  zu sein. Du bist so schön. Deine Wälder, Deine Seen, die weiten grossen Landschaften, die Berge, die Wüsten, die Flüsse und vieles, vieles mehr was ich gar nicht aufzählen und schon gar nicht so schön beschreiben kann, wie es ist, wenn ich draussen bin. Für die vielen Schandflecke kannst Du wirklich nichts. Da haben wir Menschen das Möglichste getan.

Und da finde ich dann schon eher eine Anti-Hommage angebracht. Wir Menschen haben vieles herausgefunden, haben vieles gelernt und viele haben sogar einiges begriffen. Und doch: haben wir auch gelernt. Wir stellen fest, dass die Erde sich erwärmt, dass dies mit einer Geschwindigkeit geschieht, die der Natur keine Chance lässt rechtzeitig zu reagieren und wir machen weiter wie der berühmte Affe der nichts sieht und nichts hört. Wir zeigen mit unserem Fingern auf andere (wie die Chinesen) die alles das was wir falsch gemacht haben, kopieren (so wie die Chinesen alles kopieren) und dies mit einer Geschwindigkeit und Multiplikation die seines Gleichen sucht. Da fehlen uns ganz einfach die Konsequenz und die Einsicht.

Und doch ist auch das nicht verwunderlich. Als Projektmanagement Profi (so würde ich mich bezeichnen) weiss man, dass die meisten Leute nicht in der Lage sind, Dinge anzugehen, die weiter als 90 Tage in der Zukunft liegen. Weshalb sonst gehen wir (besonders ich) die Dinge immer erst an, wenn es schon fast zu spät ist? Und da darf man sich dann nicht verwundern, wenn der Mensch nicht in der Lage ist eine Entwicklung wie die Klima Veränderung, welche doch ein paar Jährchen braucht, nicht wahr nimmt (schliesslich hatten wir ja einen langen und strengen Winter – nichts von Erwärmung!) und schon gar nicht darauf reagieren kann. Und wenn nur jeder einen kleinen Teil dazu beisteuern würde, könnten wir doch etwas bewegen. Auch wenn der Anteil  jedes einzelnen, zum Beispiel in Bezug zu den 30 Millionen Tonnen Kohle, die China (nein ich habe nichts gegen die Chinesen persönlich) jedes Jahr von Australien einkauft und verbrennt, sich lächerlich annimmt.

Zurück zu den angenehmen Dingen auf dieser Erde. Ich sitze immer noch im Zug nach Zürich. In der Zwischenzeit haben wir Aarau erreicht. Meine beiden Nachbarn im Abteil gönnen sich ein frühmorgendliches vor der Arbeit Schläfchen – welch in Kontrast zu denen, die ich oben beschrieben haben, die schon nervös in den Zug steigen. Doch davon ein andermal.

Gerade kam auch die freundliche Dame mit Kaffeewagen vorbei und hat mir einen wohl riechenden Kaffee mit passendem Gebäck hingestellt. Und diesen Kaffee geniesse ich nun und lasse es mir bis nach Zürich gut gehen.

Ja, das ist schon alles zum Thema Hommage. Ich werde sicher noch weitere Dinge finden die sich hommagieren lassen.

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For Friends only

Das wollte ich erwähnen. Am 24. April 2010 habe ich den Jardin reserviert. Du weisst nicht was der Jardin ist. Dort war vor mehr als 30 Jahren die erste Disco auf dem Platz Bern eröffnet worden. Ich selbst habe mich da auch eine Zeitlang als DJ versucht und lasse jetzt – eben am 24. April – die alten Zeiten wieder aufleben. Wer also – von meinen Bekannten – Lust und Zeit hat dabei zu sein, melde sich doch bei mir.

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Vancouver Olympic 2010 – 12

Ja, ich weiss – ich bin zwar ein halber Berner – aber wir haben es bereits bemerkt. Die olympischen Winterspiele 2010 sind vorbei. Nicht, dass ich bis heute im Freudentaumel über den – schliesslich glücklichen – Sieg der Kanadier über die USA war – aber die Arbeitswelt, JetLag und die eine oder andere Freizeitaktivität haben mich in den letzten Tagen beschäftigt. So schliesse ich heute die olympischen Spiele ab. Was wir da erleben durften war einfach toll. Die Stimmung, die Leute, der Sport, die Stadt – einfach alles. Wirklich toll.

Und wie schon erwähnt: Kanada ist Eishockey Olympiasieger. Am letzten Sonntag waren wir – ein paar Eishockeykollegen, unser Nachbar Mike, Nic (mein Sohn) David und Tim (Söhne unserer Nachbarn) – in der Postfinance Arena und haben uns das Spiel begleitet durch Sparerips, Chicken Wings und Bier angeschaut. Sozusagen der krönende Abschluss der Spiele. Die Schlussfeier habe ich mir dann nicht mehr angeschaut, sondern bin ins Bett und habe gut geschlafen.

So – jetzt muss ich eine kleine Pause einschalten – Maloney steht an.

Nun sind also meine Berichte über Vancouver vorbei. An dieser Stelle soll es nun in den nächsten Jahren mit Geschichten die das Leben schrieb, Ansichten über alles was die Welt beschäftigt und anderen “wichtigen” Dingen weitergehen.

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Vancouver Olympics 2010 – 11

24. Februar 2010

Das Leben hat mich wieder. Gemütlich mache ich mich auf den Weg in die Emmi. Nach einigen Gesprächen spüre ich bald einmal noch etwas Jet-Lag und bin dann relativ früh wieder aus dem Haus.

Zu Hause gibt’s Abendessen – im Keller versteht sich. Olympia ist angesagt. Vor dem Schlafen gehen steht Schweiz – USA auf dem Programm. Die Schweizer zeigen vollen Einsatz, alle unterstützen Jonas Hiller im Tor. Schliesslich verlieren wir mit 2:0. Doch ein tolles Spiel mit einem schlussendlich richtigen Sieger geht zu Ende.

Mit diesem Spiel auch eine lange und erfolgreiche Ära von Trainer Ralph Krüger als Coach der Nationalmannschaft. Mit diesem Erfolg aufzuhören ist sicherlich eine Genugtuung nach den Angriffen seines neuen Bosses vor nicht ganz einem Jahr. Da kann er mit erhobenem Haupt nach Hause gehen. Mehr dazu später einmal.

Gegen Mitternacht bin ich dann im Bett.

Heute Nacht ist das Spiel der Spiele. Kanada – Russland: der Kommentator sagte gestern: wenn die Kanadier verlieren, finden unmittelbar danach die Schlussfeierlichkeiten der olympischen Spiele statt.  Da hat er nicht ganz unrecht.

25. Februar 2010

Um 6.00 bin ich wach – greife zum iPhone – lade die Olympia News …. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa – Kanada – Russland 7:3. Die Eishockeywelt ist in Ordnung. Das gibt einen super Tag heute!

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Vancouver Olympics 2010 – 10

22. Februar 2010

Wie immer an Werktagen bin ich vor fünf Uhr wach. Warum an Werktagen, fragen sich vielleicht ein paar. Ganz einfach. Dann steht unser Nachbar auf, kommt aus dem Haus, startet seinen Truck und geht zurück ins Haus, um zu warten bis es im Auto “nice and warm” ist. So auch heute.

Nachdem ich beschlossen habe, dass ich nicht mehr einschlafen kann, stehe ich auf. Packe den Rest ein und schon sitze ich wieder im Auto. Ich tuckere etwas in der Gegen herum und bin dann kurz vor sieben wieder in unserem Haus. Dort ist noch alles ruhig. Also nehme ich die vier Räder wieder unter den Hintern und mache mich auf den Weg zum Autovermieter. Dort gebe ich das Auto ab und eine halbe Stunde später bin ich zurück im Haus. Nun sind alle ausser Lucio wieder auf den Beinen. Bald ist auch er da und wir brechen auf zum Frühstücken. Am gleichen Ort wie vor zwei Tagen lassen wir es uns wieder gut gehen. Lucio will uns heute unbedingt einladen. Danke – das war sehr lieb von Dir.

Kurz nach elf sind wir wieder zurück bei Lucio. Jetzt gilt’s ernst. Das Gepäck auf den Scheidungsgrund (Pick-up) schmeissen, Lucio herzhaft umarmen und schon hat uns Rolf am Flughafen abgesetzt. Jetzt sind sie also vorbei – die zehn wunderschönen Tage in Vancouver. Wegen dem Streik – der nun doch nicht stattfinden soll – können wir zuerst nur bis Frankfurt einchecken. Nach einer weiteren Nachfrage am Lufthansa Schalter und dem herzhaften Einsatz einer netten Lady haben wir unsere Buchung bis nach Zürich im Sack und das Gepäck ist durchgecheckt bis Zürich. Vielleicht klappt ja der Flug nach Hause ohne weitere Schwierigkeiten.

Wir setzen uns in ein Restaurant vor einen Riesenbildschirm, schauen etwas Langlauf Verfolgung und bereiten uns geistig auf den Flug nach Hause vor …

to be continued, wenn wir wieder zu Hause sind.

Pünktlich – starten wir, fliegen wir und landen schliesslich in Frankfurt. Beim Start haben wir eine herrliche Sicht auf die Seen, Berge und Wälder  im Norden von Vancouver Richtung Whistler und Cypress. Dann ist herrscht das was in Kanada üblich ist. Riesig und meine wirklich riesige Flächen von Wädern und Seen. Wir haben Glück und jeder von uns hat zwei Sitze am Fenster für sich. Max schläft bald einmal und ein. Ich selbst versuche auch etwas zu schlafen und so auf zwei bis drei Stunden komme ich auch. Um etwas fünf Uhr Schweizer Zeit wache ich auf und schaue aus dem Fenster.

23. Februar 2010

Unter mir gleitet Island vorbei. Wahrscheinlich Reykjavik -herrliche Aussicht. Nach kurzer Zeit verschwinden die Inseln und die hell erleuchteten Orte wieder in der Finsternis der Nacht. Ich lese in meinem Roman weiter und geniesse den Flug. Bald fliegen wir über das verschneite Schottland, den Ärmelkanal und erreichen das Festland in der Nähe von Amsterdam. Ebenso pünktlich landen wir in Frankfurt. Nach einigem Geplänkel sind wir nun sicher, dass alle Gepäckstücke auf dem Weg nach Zürich sind. Wir sitzen noch etwas in der Wartehalle herum und werden schliesslich zum Flugzeug gebracht. Kaum in der Luft ertönt schon wieder das Signal zur Vorbereitung auf die Landung in Zürich. Heute scheint ja wirklich alles zu klappen. Das Gepäck ist da, der Zug fährt rechtzeitig ab – wow.  In Bern reicht es für eine kurze Verabschiedung von Max – und schon nehme ich den letzten Teil meiner Reise unter die Räder. In Münchenbuchsee werde ich von meiner lieben Frau Ruth abgeholt und husch sind wir zu Hause. Ich packe alles aus und so nach einer Stunde ist das meiste weggeräumt. Wir bereiten das Abendessen zu – unser Nachbar Pesche kommt zu uns und wir sitzen gemütlich zusammen. Nach dem Aufräumen geht’s ab in den Keller. Dort steht unsere Fernsehkiste. Was ist angesagt, was? Genau! Eishockey: Schweiz – Weissrussland. Danach ist bald Schluss und ein langer aber schöner Tag geht zu Ende. Die Schweiz ist im Eishockey im Viertelsfinal. Gut so.

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