Nein, Schrecken hat es nicht verursacht. Der Umstand, dass ich schon seit dem letzten Juli nichts mehr in meinem Blog hinterlassen habe. Trotzdem ist ein Blog zum Füllen da. So fülle ich heute.
Zuerst schreibe ich über Enttäuschungen. Doch nur kurz. Obwohl ich gestern eine grössere Ausgabe davon erlebt habe, habe ich wieder einmal festgestellt, dass es Dinge gibt, die man mit zunehmendem Alter einfacher wegsteckt. Warum das Ding zunehmendes Alter heisst ist mir schleierhaft. Schliesslich bin ich noch niemandem mit abnehmendem Alter begegnet. Anyway: Enttäuschungen sind da, um daraus zu lernen. Und bin überzeugt, ich bin gescheiter als gestern. Auch wenn jetzt einige anmerken werden, dass dies in meiner Situation auch nicht besonders schwer sei.
Jetzt kommt Ganz was anderes – oder nicht? Kim (einer aus meiner aktuellen Arbeitsfamilie) hat mir heute einen Link gesandt. Ich solle mir doch einmal das Video von Olaf Schubert, einem deutschen Komiker ansehen. Gesagt getan. Da spricht der Mann über seinen Nachbarn. Seine Beschreibung enthält zwei Ausdrücke, die ich für bestimmte Situationen sehr passend finde. Er beschreibt den Nachbarn als “erkenntnisresistent” und “kognitiv zu früh abgebogen”. Wie immer sind Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt. Warum in diesen Disclaimern nur die lebenden Personen angesprochen sind, ist mir nicht klar. Wahrscheinlich hat das noch kein Jurist gesehen. Sonst wären die Disclaimer länger als der jeweils vorangehende Text.
Nun zur Freude – das baut doch auf. Gestern war ich, etwas früher als sonst, auf dem Weg nach Hause. Da kam mir in den Sinn, dass Dorner Junior der erste (wir nennen ihn Nic) gestern seine Autoprüfung absolvierte und nach meinen Hochrechnungen, just in diesem Moment von der Prüfung zurück sein sollte. Mit der Annahme lag ich nur ca. fünf Minuten falsch. Er war schon wieder weg. Dank modernster Kommunikationstechnik konnten wir in Sprechkontakt treten. Nur wenige Minuten später gratulierte ich dem jungen Mann zur bestandenen Prüfung. Am Abend “musste” er – zum Glück mit dem Auto meiner Frau – eine Runde drehen und die Prüfung feiern. Ein Grund zur Freude – isn’t it?
Und heute hatte ich einen ziemlich abwechslungsreichen Tag. Traf mich am Abend mit zwei sympathischen Leuten in Olten und um neun öffnete ich unsere Haustüre. Zuerst begrüsste ich meine liebe Frau. Dem Nic (der als einziger noch zu Hause war) sagte ich, er habe vergessen den “L” vom Auto zu nehmen… Und auf meinem Rolltischen beim Bett (das ist so ein Tischen wie im Spital. Da stelle ich den Mac darauf ab und schreibe solche Geschichten wie jetzt gerade) fand ich ein Päckchen von Beeler und einen Zettel darauf: Für meinen Lieblings Daddy-Fahrlehrer, Projektmanager, Gesundermenschenverstandexperte. Was – frage ich mich – ist schöner im Leben, als ein solches Feedback?
Ach ja, zum Stolz wollte ich auch noch etwas schreiben. Auf solche Situationen wie eben beschrieben bin ich stolz. Da bin ich – einmal mehr (wenn ich das in meiner nicht immer überschwänglichen Bescheidenheit schreiben darf) – überzeugt ein paar wichtige Dinge im Leben richtig gemacht zu haben. Frei nach diesem Zitat:
A hundred years form now it will not matter what my bank account was, the sort of house I lived in, or the kind of car I drove … but the world may different because I was important in the life of a child (Forest E. Witcraft).
Das sollte sich doch jeder Vater hinter die Ohren kritzeln. Und sonst gar nichts.
Gute Nacht.