21. Februar 2010
Sonntag, der letzte Tag in Vancouver beginnt. Wir stehen gemütlich auf und nachdem sich alle um den Fernseher versammelt haben, machen wir uns auf den Weg zum Frühstück. Es ist immer wieder eindrücklich zu sehen, was für Leute aus einem so grossen Land, ein kurzer Weg ins nächste Restaurant bedeutet. Nach etwas 20 Minuten Fahrt sind wir in Steveston. Ein malerischer kleiner Ort direkt am Fraser River. Wir finden unser Restaurant. Überall dort, wo es besonders gut ist, muss man etwas warten. So auch hier. Max und ich nutzen die kurze Zeit, um uns im Hafen den Fischmarkt anzusehen. Dort entsteht dann die Idee: Heute Abend gibt’s Fisch. OK, OK – es zeugt nicht gerade von wahnsinniger Kreativität bei einem Fischmarkt an Fisch zu denken. Und doch – heute gibt’s Fisch.
Bald sind wir zurück beim Restaurant. Leider hat es nur einen vierer und einen zweier Tisch. Als wir uns hinsetzen wollen, machen uns unsere Tischnachbar das Angebot, den Tisch zu wechseln, damit wir sechs zusammen sitzen können. Das ist typisch für die Mentalität der Kanadier. Hier braucht man nicht einmal zu fragen, ob so etwas geht. Das kommt den Leuten einfach so in den Sinn. Das Essen ist wie erwartet sehr gut und mein Diätplan geht voll auf. Eier, Toast, Kartoffeln und Lachs – was will man mehr?
Vor der Abfahrt verabschieden sich Allan und Jane – sie fahren heute wieder zurück auf Vancovuer Island. Lucio und Rolf fahren nach Hause. Ich bringe Max nicht Brighouse zur Canada Line (er geht sich den Thriller USA – Kanada anschauen). Dort kann ich dann gleich meine zweite Portion Augentropfen abholen. Schliesslich ist noch etwas Einkaufen angesagt. Gemüse, Wein und Bier zum Fisch (den Fisch spendet Lucio aus den eigenen Tiefkühlbeständen). Zurück im Haus beginnen ich zu packen und bereite mich geistig auf das Spiel der Spiele vor. Das Bier ist kalt gestellt und nichts kann uns mehr von einer Bestätigung abhalten, dass Kanada die Hockeynation Nummer eins ist. Ausser die Amerikaner …
Das Spiel beginnt, wie es nicht beginnen sollte. 1:0 USA in der ersten Minute. Gegen Ende Drittel das 1:1 – endlich. Doch fast im Gegenzug das 2:1. Heute bleibt uns nichts erspart. Schliesslich gewinnen die Amerikaner mit 5:3 – eine Schmach für das ganze Land. Ausgerechnet gegen die USA. Da wäre eine – erneute – Niederlage gegen die Schweizerlis noch fast eher zu verkraften gewesen. Und jetzt müssen die Kanadier gegen die Deutschen in die Ausscheidung und würden dann (sofern sie gewinnen, was wieder einmal niemand bezweifeln möchte) auf die Russen treffen. Das wird dann richtig hart. Well – stecken wir das weg.
Zwischenzeitlich versuche ich immer wieder zu schauen, wie es unserem Flug nach Hause geht. Derjenige nach Frankfurt ist bestätigt und es gelingt mir dann sogar die Sitzplätze zu reservieren und die Boardingpässe per SMS zu erhalten. Der Flug nach Zürich ist noch ungewiss. Aber wenigsten scheinen wir den Sprung über den Teich morgen zu schaffen.
dem Spiel mache ich mich auf den Weg in die Küche. Max hat in der Zwischenzeit angekündigt, dass noch eine Medaillenfeier stattfindet und wir nicht warten sollen mit essen. Ich schmeisse den Fisch in den Ofen, rüste die Kartoffeln und das Gemüse. Wir dippen dann etwas mit Broccoli in einer Sauce herum, Lucio macht feinen italienischen Salate und dazu trinken wir die erste Hälfte des Weins. Dann – endlich – ist der Fisch fertig, die Kartoffeln bereit. Lucio hat sich noch ein paar Schrimps an einer scharfen Tomatensauce zubereitet. Nach diesem feinen Essen schauen wir uns noch den Schluss vom Curlingspiel China – Kanada an (sogar Rolf schaut jetzt zu). Danach ist natürlich wieder Hockey angesagt. Schweden – Finnland steht auf dem Programm. Lucio schläft schon etwas während dem Spiel und ich mache es ihm kurz nach dem Spiel nach.
One more night in Vancouver