22. Februar 2010
Wie immer an Werktagen bin ich vor fünf Uhr wach. Warum an Werktagen, fragen sich vielleicht ein paar. Ganz einfach. Dann steht unser Nachbar auf, kommt aus dem Haus, startet seinen Truck und geht zurück ins Haus, um zu warten bis es im Auto “nice and warm” ist. So auch heute.
Nachdem ich beschlossen habe, dass ich nicht mehr einschlafen kann, stehe ich auf. Packe den Rest ein und schon sitze ich wieder im Auto. Ich tuckere etwas in der Gegen herum und bin dann kurz vor sieben wieder in unserem Haus. Dort ist noch alles ruhig. Also nehme ich die vier Räder wieder unter den Hintern und mache mich auf den Weg zum Autovermieter. Dort gebe ich das Auto ab und eine halbe Stunde später bin ich zurück im Haus. Nun sind alle ausser Lucio wieder auf den Beinen. Bald ist auch er da und wir brechen auf zum Frühstücken. Am gleichen Ort wie vor zwei Tagen lassen wir es uns wieder gut gehen. Lucio will uns heute unbedingt einladen. Danke – das war sehr lieb von Dir.
Kurz nach elf sind wir wieder zurück bei Lucio. Jetzt gilt’s ernst. Das Gepäck auf den Scheidungsgrund (Pick-up) schmeissen, Lucio herzhaft umarmen und schon hat uns Rolf am Flughafen abgesetzt. Jetzt sind sie also vorbei – die zehn wunderschönen Tage in Vancouver. Wegen dem Streik – der nun doch nicht stattfinden soll – können wir zuerst nur bis Frankfurt einchecken. Nach einer weiteren Nachfrage am Lufthansa Schalter und dem herzhaften Einsatz einer netten Lady haben wir unsere Buchung bis nach Zürich im Sack und das Gepäck ist durchgecheckt bis Zürich. Vielleicht klappt ja der Flug nach Hause ohne weitere Schwierigkeiten.
Wir setzen uns in ein Restaurant vor einen Riesenbildschirm, schauen etwas Langlauf Verfolgung und bereiten uns geistig auf den Flug nach Hause vor …
to be continued, wenn wir wieder zu Hause sind.
Pünktlich – starten wir, fliegen wir und landen schliesslich in Frankfurt. Beim Start haben wir eine herrliche Sicht auf die Seen, Berge und Wälder im Norden von Vancouver Richtung Whistler und Cypress. Dann ist herrscht das was in Kanada üblich ist. Riesig und meine wirklich riesige Flächen von Wädern und Seen. Wir haben Glück und jeder von uns hat zwei Sitze am Fenster für sich. Max schläft bald einmal und ein. Ich selbst versuche auch etwas zu schlafen und so auf zwei bis drei Stunden komme ich auch. Um etwas fünf Uhr Schweizer Zeit wache ich auf und schaue aus dem Fenster.
23. Februar 2010
Unter mir gleitet Island vorbei. Wahrscheinlich Reykjavik -herrliche Aussicht. Nach kurzer Zeit verschwinden die Inseln und die hell erleuchteten Orte wieder in der Finsternis der Nacht. Ich lese in meinem Roman weiter und geniesse den Flug. Bald fliegen wir über das verschneite Schottland, den Ärmelkanal und erreichen das Festland in der Nähe von Amsterdam. Ebenso pünktlich landen wir in Frankfurt. Nach einigem Geplänkel sind wir nun sicher, dass alle Gepäckstücke auf dem Weg nach Zürich sind. Wir sitzen noch etwas in der Wartehalle herum und werden schliesslich zum Flugzeug gebracht. Kaum in der Luft ertönt schon wieder das Signal zur Vorbereitung auf die Landung in Zürich. Heute scheint ja wirklich alles zu klappen. Das Gepäck ist da, der Zug fährt rechtzeitig ab – wow. In Bern reicht es für eine kurze Verabschiedung von Max – und schon nehme ich den letzten Teil meiner Reise unter die Räder. In Münchenbuchsee werde ich von meiner lieben Frau Ruth abgeholt und husch sind wir zu Hause. Ich packe alles aus und so nach einer Stunde ist das meiste weggeräumt. Wir bereiten das Abendessen zu – unser Nachbar Pesche kommt zu uns und wir sitzen gemütlich zusammen. Nach dem Aufräumen geht’s ab in den Keller. Dort steht unsere Fernsehkiste. Was ist angesagt, was? Genau! Eishockey: Schweiz – Weissrussland. Danach ist bald Schluss und ein langer aber schöner Tag geht zu Ende. Die Schweiz ist im Eishockey im Viertelsfinal. Gut so.