Eine Hommage an … Teil 2

Der Kluge reist im Zuge. Da kann – man – d.h. zum Beispiel ich – aber auch viele, viele andere – schreiben, am PC sitzen und so tun als ob man etwas wahnsinnig Wichtiges zu tun hat. Ich sitze also jetzt – zum zweiten Mal diese Woche – im Zug nach Zürich. Und heute habe ich mich für die Variante mit den gestressten, wahnisinnig wichtigen, immer mit dem Handy erreichbaren und eben immer vor dem Notebook sitzenden Leute entschieden. Will heissen den Intercity von Bern nach Zürich (heute bis zum Flughafen).

Und ich “muss” n0ch auf etwas Weiteres aus meinem Eintrag von vorgestern zurück kommen. Meine Anti-Hommage an die Menschen. Es gilt hier mit aller Vehemenz zu verhindern, dass die Ansicht zustande kommt, ich hätte etwas gegen Menschen. Nun das trifft natürlich – wenigstens im Allgemeinen betrachtet – nicht zu. Aber im Speziellen natürlich schon. Politiker haben es da natürlich besonders schwer. Unsere südlichen Nachbarn mit ihrem eitlen, selbstherrlichen, ver-rückten Silvio bilden da zusammen mit den Chefs in Lybien, Iran, Israel und Nordkorea (die Aufzählung ist nicht abschliessend) die eine Seite des Spektrums. Auf dieser Skala nicht so weit drüben stehen auch ein paar Politiker aus der Schweiz. Da bin ich mir dann manchmal nicht sicher ob die einfach nur hinterlistig, berechnend (Chrigu die Reinigungsmaschine) oder zu wenig schlau (Rüedu genannt Gargamel) sind. Und dann sind da die vielen – wirklich vielen – tollen Leute, die ich jeden Tag treffe, mit denen ich gerne zusammenarbeite, die Freizeit verbringe, Eishockey und Golf spiele, verrückte (nicht Silvionisch gemeint) Ideen spinne, tolle Dinge umsetze, lache, Spass habe, fröhlich bin etc. Und natürlich meine Lieben zu Hause – meine Anvertraute, meine drei Jungs, die sich prächtig machen und auf die ich unheimlich stolz bin. Eben Leute wie Pesche, Hene, Dänu, Ruth, Claudia, Monika, Nic, Beat, Mischu, Role, Ädu, Tim, Mike, Gisela, Lisa, Max, David, Daniela, Caroline, Gabi, Thömu, Sven, Fränzi, Thömu, Romi, Phippu, Retti, Marc, Röfe, Jessi, Sile, Märku, Eveline, Jörg, Wöufu und alle anderen, die ich nicht aufzählen kann, weil mir einfach nicht alle auf einmal in den Sinn kommen und die Reihenfolge hier einfach so ist, wie mir die Namen in den Sinn gekommen sind.

Manchmal wünschen wir uns auf eine einsame Insel und nach drei Tagen wäre uns schon wieder langweilig, weil eben all diese lieben Menschen nicht da sind. Und darum stehe ich am morgen (meistens) fröhlich auf und freue mich auf das was auf mich  zu kommt. Auf alle die “herrlichen” Probleme, die es zu lösen gilt, auf all die schönen Ergebnisse, die wir zusammen erarbeiten können und auf die vielen schönen Stunden mit euch Freunden und Familie – das ist doch das, was das Leben lebenswert macht.

Gestern hatte ich eine schöne Diskussion mit einem Bekannten, der gerade von einer sehr sehr langen Reise um die halbe Welt zurück gekommen ist. Wir haben uns darüber unterhalten wie andere Menschen in anderen Ländern leben, in welchen Umständen und Umgebungen dies geschieht und wie in anderen Länder die Uhren einfach anders ticken, wie andere Dinge “wichitg” sind. Nicht das Handy, nicht die Macht sondern einfach das Leben. Wie zum Beispiel in Jamaica, wo eigentlich (ausser in Kingston) kein Mensch Hunger leider muss, wo ich in den Urwald gehen kann und immer Nahrung finde. Dort lebe ich mit dem was ich habe und wenn ich etwas mehr haben möchte gehe ich arbeiten und wenn ich es habe, dann sitze ich zu Hause und geniesse was ich habe. Ob das bei uns auch funktionieren kann, weiss ich auch nicht. Aber, dass wir manchmal etwas mehr Gelassenheit an den Tag legen könnten und dabei im Mindesten nicht weniger glücklich wären, davon bin überzeugt. Die ganze Hektik, das Gehetze von einem Meeting zum nächsten, der Stress auf einer Resie, wenn das Gefühl entsteht, wir könnten etwas verpassen, wenn wir nicht wie die Japaner von einer Attraktion zur nächsten rennen – und dabei wohl gerade dann am meisten verpassen, hindert uns doch daran Gefühle zu haben, wieder einmal in Ruhe über etwas nachzudenken, wieder einmal über eine Idee zu schlafen und dann am nächsten Tag mit einem tollen Gefühl das Richtige zu tun. Ja, wenn Zeit zum Luxusgut wird, dann haben wir definitv etwas falsch gemacht. Jetzt habe ich mir als den Luxus geleistet im Zug zu sitzen, zu philosophieren und das Ganze auch noch aufzuschreiben.

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Eine Antwort auf Eine Hommage an … Teil 2

  1. Rolä sagt:

    hoi Wernu
    nun, wie recht du hast mit deiner Homage und ich nehm mir jetzt einfach ein paar Sekunden um ohne nachzudenken, aber mit nachfühlen ein paarmal merci zu sagen. Eifach so, wöu ig grad fröid ha a dim Bitrag zläsä. Ou drum, weil ich nach dem letzten Meeting ein paar in den Urwald schicken wollte….diese wären aber dann ungeniessbare Nahrung….einfach zum vermoodern oder als Humus für die Pflanzen.
    No einisch, het gfägt i dr Lindä u fröiä mi ufs nächste Mal.
    liäbi Grüess
    Roland

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