Toscana – der liebe Gott und Jesus

Der Titel lässt durchaus den Schluss zu, dass ich nun defintiiv durchgeknallt bin. Nun – das kann man durchaus so sehen, will heissen, das kommt auf den Standpunkt von Dir liebem Leser an. Von dort wo Du stehst mag das vielleicht so aussehen, andere würde mich als ganz normal bezeichnen – und das wäre dann schon fast wieder eine Beleidigung.

Zuerst zur Toscana. Ich sitze hier im Skipper – einer Bar am Strand von Castiglione della Pescaia und schreibe – was wohl klar ist, weil sonst dieser Artikel hier nicht entstehen könnte. Warum geht man in die Toscana. Wegen dem warmen Wetter (ich schreibe absichtlich nicht schönes Wetter – weil schön definitiv relativ ist), den besten Pizzas der Welt, dem angenehm warmen Meer, wegen der freundlichen Italiener und und und. Das dachten wir auch. Ich sitze jetzt also hier in dieser Bar und wäre eigentlich noch daran auf dem Golfplatz von Punta Ala meinen zweiten neun Löcher zu spielen. Doch es regnet derart stark, dass ich beschlossen habe nach den ersten neun total durchnässt die Storzen zu strecken und mich in den Skipper zurück zu ziehen. Heute und morgen kommen dann noch etwas 26 Freunde von uns hierher um den Geburtstag unserer Nachbarin Lisa zu feiern. Und so wird das Wetter unweigerlich in den Hintergrund gedrängt und das ist auch gut.

Wir – meine liebe Frau und unser Jüngster sind nämlich schon seit drei Tagen hier und geniessen das Leben. Will heissen: meine Diät macht mal Pause. Am Samstag sind wir kurz vor fünf auf die Autobahn eingebogen und kamen sehr gut vorwärts. Wenn ab Luzern bis kurz nach Mailand nicht so viele Baustellen offen wären, könnte man das Ganze auch durchaus als Autobahn bezeichnen. Nun denn: nach einem Abstecher beim schiefen Turm von Pisa kamen wir gegen drei Uhr nachmittags hier in der Toscana an. Kaum im Hotel machten wir uns auf den Weg nach Downtown Castiglione della Pescaia und machten das, was alle in einer solchen Situation tun. Wir suchten ein Restaurant auf, welches wir schon vom letzten mal her kannten – nach dem Apèro versteht sich. Will heissen: wir assen in einer Pizzeria – die beste Pizza so far – wie sich bis gestern herausgestellt hat. Auf dem Weg zurück zum Hotel hatten wir auch schon die Bar Skipper ausgemacht, wo man gratis im Internet surfen kann.  Um acht waren wir unter den ungläubigen Blicken unseres Hoteliers schon wieder zurück und drei Minuten später viel ich schon in einen mittleren Tiefschlaf. Der Sonntag stand dann – wenigstens für mich - ganz im Zeichen von Fallbeispielen für Qualitätsmanagement und einem Marketingkonzept für das PM Training Forum. Der Abend gehörte dann wieder ganz meiner Familie – wenigstens dem Teil der mitgekommen ist. Was wohl? Genau Pizzeria – Davids Leibspeise ist Pizza Margherita. Zurück im Hotel waren wir dann so gegen zehn – ohne viel Aufsehen. Gestern stand ganz im Zeichen von  Giardino dei Tarocchi (http://www.nikidesaintphalle.com/) – einfach herrlich der Garten. Nach zwei Stunden machten wir uns auf einen gemütlichen Weg nach Hause. Durch die malerischen Hügel der Toscana, den Olivenbäumen und Städtchen waren wir um sechs zurück im Hotel Anfora. Kurz hingelegt, mit David die schon zur Tradition gewordene Runde Tischfussball gespielt trafen wir uns in einer Weinbar zum Apéro. Warum bei immer der Eindruck entsteht, dass wir immer trinken und essen – ist mir selbstverständlich unerklärlich. Trotzdem: danach gab’s? Ja genau: Pizza. Um elf waren wir wieder zu Hause im Bett. Um halb klopfte eine Dame energisch gegen unsere Zimmertür und verlangte Roberto zu sprechen. Ein paar berndeutsche Ausdrücke überzeugten die Dame schliesslich davon, dass hier kein Roberto zu finden sei. Und schon waren wir – essen – ja – beim Frühstück. Danach machte ich mich guten Mutes auf den Weg zum Golf – und so schliesst sich der Kreis wieder.

Obwohl wir hier ziemlich nach bei Rom sind, dreht sich der zweite Teil dieses Blogs nicht um die Kirche – vor allem die katholische – wozu mir wahrscheinlich auf ein paar lustige Dinge einfallen würden.

Auf Gott und Jesus bin ich gestern im Bett gekommen. Kurze Einleitung: vor einiger Zeit habe ich mit meinen Jungs einen Dokumentarfilm darüber angeschaut, wie sich die Forscher die Erde in 200 oder 300 Millionen Jahren vorstellen. Interessanterweise spielen in diesen Filmen die Menschen keine Rolle mehr. So dachte ich mir, wie wohl Gott und Jesus nachdem der letzte Mensch (was für eine langweilige Welt wird das für ihn wohl sein) das zeitliche gesegnet hat, über die letzten paar tausend Jahre philosophieren würden.

Vielleicht etwa so:

„Hei Pa, nimmst Du auch eins von den Nespresso, die uns George Cloony gebracht hat, damit er als letzter Mensch überleben kann?“

„Klar Sohn“ antwortet der Liebe Gott „ich nehme ein Ristretto. Wie lange reicht den unser Vorrat noch aus?“

„Das kann noch ein paar hundert Jahre dauern. Schliesslich war George sehr grosszügig.“ gibt Jesus zurück „Pa, wenn Du noch einmal zurück könntest, was würdest Du anders tun?“ – kennt ihr diese Frage aus der Werbung?
By the way: ich würde meine Brille nie bei Fielmann kaufen!

„Weisst Du, eigentlich nichts. Wir haben alles getan, dass es den Menschen gut geht, dass sie sich entwickeln konnten. Und eigentlich ist das auch ganz gelungen. Wenn sie nur nicht so unersättlich gewesen wären, wenn nicht so viele die Macht an sich gerissen hätten und schliesslich nicht bloss ein paar die Geschicke der Menschen geleitet hätten. Oder wenn es wenigstens diejenigen getan hätten, die es gut mit den Menschen meinten. Da gab es einige gute Beispiele. Aber wie denkst Du darüber?“

„Ich sehe das auch so. Wir haben doch getan was wir konnten. Vielleicht waren die Prüfungen halt doch etwas zu hart, die wir Ihnen auferlegt haben. Da war zuerst das Ding mit dem Apfel. Das war ein schlechter Anfang. Dann das Ganze mit den grossen Herrschern, die glaubten die Welt verändern zu können. Das war auch ein Reinfall. Aber mit den grossen Erfindern haben wir sie doch immer wieder auf den richtigen Weg einlenken wollen. Und jetzt am Schluss konnten wir sie nicht mehr retten – schade – einige waren mir wirklich ans Herz gewachsen.“

Der Gedanke hat mich nicht ganz losgelassen und eigentlich gäbe es ja viel zu sagen. Aber was nicht gesagt ist, lässt euch Raum zum Nachdenken.

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Eine Antwort auf Toscana – der liebe Gott und Jesus

  1. Spicki sagt:

    aber sehr durchgeknallt…als könnten die Beiden zusammen verreisen…es braucht doch immer nen STV…:)

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