Vancouver Olympics 2010 – 7

19. Februar 2010

Ziemlich früh wache ich auf und spüre gleich. Das mit dem Auge ist wirklich nicht gut, das kann nicht warten bis wir wieder zu Hause. Ich rufe im Inselspital an und erkundige mich nach den Medikamenten, die ich bisher bekam. Gleichzeitig suche ich einen Augenarzt in der Gegend. Max ist schon auf dem Weg nach Whistler.

Ich erhalte die nötigen Angaben aus Bern und kann sogar einen Termin in einer Augenklinik vereinbaren. Toll. Lucio kocht uns Eier und Toast. Danach ist es schon Zeit, zum Augenarzt zu fahren. Nach kurzem Suchen bin ich am richtigen Ort und das auch zur richtigen Zeit. Ich werde kurz untersucht und schon lande ich bei der Augenärztin. Die gleichen Apparate wie zu Hause – das sieht schon einmal viel versprechend aus. Die gleichen Fragen, die gleichen Hinweise alles wie gehabt. Ich erhalte ein Rezept für die gleichen Medikamente wie zu Hause. Kurz in die Apotheke und schon bin ich wieder zu Hause.

Die Medikamente wirken sofort und ich bin zuversichtlich, dass ich die beiden Curlingspiele, die heute auf dem Programm stehen, geniessen werde. Um halb zwei bin ich vor dem Curlingstadion. Das Haus ist ausverkauft. Die Männer spielen. Nach ein paar individuellen Fehlern verlieren wir Schweizer gegen Deutschland – das schmerzt doppelt. Einfach genial spielen wiederum die Kanadier. Die Dänen geben nach sechs Ends beim Stand von 10:3 auf.

Max ruft an und sagt, dass er wieder oben bleiben wolle. Schliesslich ist ja Ueli der Bundesrat auch da. Schwierig zu beschreiben, was mir nun lieber wäre. Mit wichtigen Leuten zusammen zu sein und sich anständig benehmen oder hier in der Curling Halle eine Wurst in einem superweichen Brot zusammen mit Relish, Senf und Ketchup zu geniessen. Nun – ich grüble nicht lange – und freue mich auf das Spiel.

Nach dem ersten Spiel warte ich in der Halle bis ich wieder draussen anstehen kann. Kurz vor Spielbeginn sitze ich auf meinem Platz. Zuerst bin ich enttäuscht, dass ich in der obersten Reihe sitze. Dort kann ich aber aufstehen, sogar auf den Sitz und habe eine viel bessere Übersicht über alle Spiele. Zudem sitzt neben mir eine ältere (ja, ich bin auch älter, ich weiss) Lady, die viel von Curling versteht und immer einen passenden Spruch auf Lager hat. Rolf und ich unterhalten uns mit ihr prächtig. Rolf gesteht ihr dann, dass er heute das erste Curlingspiel in seinem Leben sieht, was sie mit einem Stirnrunzeln kombiniert mit einem energischen Kopfschütteln zur Kenntnis nimmt.

Rolf hält am Schluss fest, dass er mit dieser Gewalt beim Curling nichts anfangen kann und deshalb wieder Hockeyspiele schauen wird…

Mit Canada Line und Bus sind wir bald nach dem Spiel wieder zu Hause. Lucio schläft vor dem TV. Wir genehmigen uns noch ein Bierchen und gehen bald schlafen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Vancouver Olympics 2010 – 6

18. Februar 2010

5.30 – der Wecker erwacht zu Amy MacDonald und ich stehe auf. Schliesslich wollen Max und ich heute das Training der Eiskunstläufer ansehen. Wir machen uns auf den Weg – sprich Bus. Heute schaffen wir es zwischen den Scheinwerfern und den Rücklichtern des Busses zu sein und das erst noch auf der richtigen Höhe über Meer. Sprich wir sitzen im Bus. Nach einer Fahr mit der Canada Line, einer weiteren Busfahrt und einem kurzen Fussweg sind wir im Pacific Center angekommen.

Dort ist das Training schon im Gange. In Gruppen zu sechs wird trainiert. Und als letzte kommen dann auch die Stars aufs Eis. Lambiel und Pluschenko geben sich die Ehre. Nach etwas mehr als zwei Stunden machen wir uns auf den Weg zurück. Auf meine Frage bei einem der Eingeborenen nach dem Fussweg zurück, werde ich mit grossen Augen angeschaut. “Da kann man nicht gehen, es hat einen Bus” werde ich belehrt. Aha – als gehen wir zum Bus. Nach ein paar Stationen steigen wir aus und gehen zu Fuss dem Hafen entlang. Leider dürfen wir da nicht hinein. So landen wir ein paar hundert Meter vor der Seabus Station wieder am Meer. Wir sprechen ein paar Minuten mit einer Polizistin, welche von Niagara hierher zum Helfen gekommen ist. Schliesslich landen wir bei der Seabus Station. Wir nehmen die nächste Fähre nach Nord Vancouver und dort gleich den Bus Richtung Lions Gate Bridge. Dort steigen wir gleich in den Bus in den Stanley Park um. Schliesslich wollen wir da noch etwas spazieren gehen. Wir fragen den Chauffeur, ob er denn im Park auch anhalten werde. “Of Course” gibt er zur Antwort. Wir steigen ein und stellen fest: da ist keine Station im Stanley Park. Also gehen wir wieder ein paar Meter zurück und geniessen den Spaziergang durch einen kleinen Teil des Parks. Das Wetter ist einfach grossartig. Es hat Haufenweise Spaziergänger, Fahrradfahrer, Leute die herumliegen und die Sonne geniessen. Auf dem Weg zurück kommen uns zwei Leute auf Fahrrädern entgegen. Ich rufe “Hei, Wanja”. So trifft man Leute aus Bern. Immer dort wo keiner damit rechnet.

Bald sind wir wieder bei der Busstation und fahren Richtung Downtown. An der Seymour Street mit Blick auf den BC Place inhalieren wir ein Sandwich und sind dann gestärkt für das Spiel. Vor dem Stadion treffen wir Rolf und Lucio. Max nimmt den Lieferanteneingang – sprich den Eingang wo man einfach hinein gehen kann, ein paar Häppchen kriegt und dann mit dem Ministerpräsidenten von British Columbia und anderen tollen Leuten unter sich ist. Wir drei “kämpfen” uns durch den Pöbel und landen schliesslich auf unseren Plätzen. Kurz vor dem Warm-up sind wir da. Unsere Plätze sind einfach grossartig. Dritte Reihe fünf Meter neben der Bank der Kanadier. Die Spieler erscheinen durch die Kleine des Feldes viel grösser als bei uns (sie sind es zwar auch). Doch auch Rüthemann und Co. kommen gut zur Geltung. Das Publikum ist wirklich verrückt. Vor dem Einlaufen stehen sie Reihenweise zuunterst an der Band und feiern ihr Mannschaft. Dann ist es so weit: das Spiel beginnt. Um uns herum sitzen noch ein paar andere Schweizer. Lucio und Rolf haben sich sicherheitshalber in Kanada-Shirst gekleidet. Ich habe mein rotes Swiss Ice Shirt angezogen. Die Kanadier finden nicht so recht ins Spiel und die ersten Chancen gehören den Schweizern. Vereinzelte “Hopp Schwyz” Rufe ertönen. Die Kanadier finden das – noch – lustig. “hooop schwiiiis” versuchen sie es selbst. Dann 1:0 für Kanada kurz vor Ende des ersten Drittels. Alles nach Plan für die Kanadier. Im zweiten Drittel fällt bald einmal das 2:0. War’s das schon. Doch ein Gegenstoss und Rüthemann mit einem tollen Schuss zum 2:1. Ende von Drittel zwei. Ich versuche schon einmal mein Shirt zu verkaufen. Fünfzig verlange ich jetzt. Mit dem Hinweis, dass es nach dem Spiel sicher das doppelte Wert sein dürfte! Doch die Kanadier gehen nicht darauf ein – doch so richtig lustig finden sie das noch nicht. Das letzte Drittel gibt mir recht. Mit einem Eigentor kommen wir zum 2:2. Peinlich für Kanada: mit einem Schussverhältnis von 23 : 46 für Kanada.

Ich war ja, das wissen meine Hockeyfreunde – solange er noch in der Schweiz spielte, kein Fan von Jonas Hiller. Aber was der Junge da auf das Eis gezaubert hat, erinnerte mich an meine besten Zeiten oder ähnlich. Einfach genial. Dass wir dann im Penaltyschiessen verloren haben, war einfach das fehlende Tüpfchen auf dem i.

Nach dem Spiel treffen wir uns an der Ecke Seymour – Nelson, um in ein Steakhouse zu gehen. Doch das Steakhouse ist voll und Rolf wird von einer Dame angesprochen, ob wir nicht lieber in ihr Restaurant kommen würden. Ihr Augenaufschlag ist hinreissend und so machen wir uns auf den Weg in ihr Restaurant. Wir finden einen kleinen Tisch und kriegen auch bald etwas gutes zu essen.

Wir wollen dann noch weiter, aber mein Auge macht sich wieder einmal negativ bemerkbar und ich muss passen. Zusammen mit Max, der morgen wieder früh aus den Federn hüpfen möchte, landen wir bald einmal zu Hause. Ich gehe gleich ins Bett. Hoffentlich kommt das gut mit dem Auge.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Vancouver Olympics 2010 – 5

Liebe Freunde

Im Moment bin ich “Out of Order”. Mein Auge streikt wieder einmal und ich mache mich auf den Weg zu einem Augenarzt.

Bis bald

Werner

Bin wieder Online – schreibe hier aus White Rock – mehr dazu später. Jetzt zuerst einmal etwas Geschichtsschreibung in persönlicher Sache (sprich ich sollte mich versuchen zu erinnern was ich so getan habe in den letzten Tagen).

Wo waren wir doch gleich?

Ah ja: 17. Februar 2010

Die Nacht war doch etwas kurz. Um ca. 5.45 fahre ich Max zum Langara College (dort ist die Einstiegsstelle für die Busse nach Whistler). Bald bin ich zurück, lege mich auf die Couch und lese so ca. eine Seite. Dann ich wieder eingedöst. Also weg mit Buch und schon schlafe ich ein. Plötzlich kitzelt mich etwas an der Nase – Rolf! Es ist kurz nach neun und wir stehen langsam auf. Rolf, Lucio und ich machen uns ein normales Frühstück. Scharfe Wurst, Käse, Tomaten und richtiges Brot. Dazu Kaffee. Schon ist es Zeit für die Damenabfahrt. Max haben wir noch nicht gesehen und schreiben schon ein SMS ob er überhaupt dort sei. Doch er ist. Wir harren vor der Kiste aus. Doch nichts mit einer weiteren Schweizer Medaille.

Rolf und ich machen uns auf den Weg nach Downtown. Wir fahren mit der Canada Line (erst seit einem halben Jahr in Betrieb) bis nach Waterfront. Dort wechseln wir gleich zum Seabus und fahren bis nach Nord Vancouver. Die Sonne geniessen, im Hafen spazieren gehen und schon machen wir uns auf den Weg zurück Downtown. Rolf geht zurück nach Hause und ich trödle noch etwas in der Stadt herum, fotografiere die Wasserflugzeuge, welche Passagiere von Vancouver Island in die Stadt bringen. Man stelle sich vor, auf dem Thunersee landen Flugzeuge und laden Leute beim Bahnhof ab – unvorstellbar.

Max ist bereits beim Curling schauen und wir treffen uns gleich im Stadion. Heute klappt nichts mit uns Schweizern. Die Damen verlieren ihr Spiel nach vielen Fehlern. Schade, dass es wieder nicht geklappt hat. Also machen wir uns halt auf den Weg nach Hause.

Bald sitzen wir in der Canada Line bis Bridgeport. Dort stellt sich heraus, dass die Busse pünktlich fahren. Wir sind eine Minute zu spät dran. Als schnappen wir uns ein Taxi und sind kurz darauf zu Hause.

Heute war nicht allzu viel los hier herum. Darum ist das halt ein kurzer Tagesbericht.

Morgen ist der Tag – Canada – Schweiz im Hockey.

Doch ganz fertig bin ich noch nicht für heute. Wir hören hier immer wieder, dass in der europäischen Presse schlecht über die Spiele geschrieben wird. Nun ist es deshalb an der Zeit, eine Lanze für die Spiele hier zu brechen. Was hier in Downtown Vancouver abgeht – notabene jeden Abend – können fast nur wir Berner nachvollziehen. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, die Leute sind alle fröhlich es ist ein Volksfest. Ich würde es wirklich mit der Oranje-Invasion vor zwei Jahren während der Euro 08 vergleichen. Alles klappt bestens. Die Spiele sind hervorragend organisiert, alle Helfer sind freundlich und kompetent. Wenn ich sagen müsste, was nicht geklappt hat. Ich wüsste nicht zu sagen was. Gut die armen Journis sind natürlich gefordert. Man darf als Journalist nicht einfach schreiben, dass alles gut ist. Sonst liest das ja keiner. Also sind sie gefordert, “gehörig” den hoffentlich nicht kahl geschorenen Kopf über der Suppe zu schütteln, um dann – welch Überraschung – ein Haar darin zu finden. Grossartig. Es sollen doch einfach alle einmal hierher kommen und sehen wie es ist – unbeschreiblich. Gut – wer mich kennt – könnte jetzt einwenden, ich sähe das durch eine etwas ahornblättrig (welche Farbe haben eigentlich Ahornblätter) gefärbte Brille. Das könnte und wollte ich so auch nicht abstreiten. Sonst wäre ich nicht hier.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Vancouver Olympics 2010 – 4

16. Februar 2010

Nach einer langen und ruhigen Nacht (my brother slept in another room) wache ich auf. Gegen 11 Uhr (dann hatten die meisten von den zu Hause gebliebenen schon das Abendessen hinter sich gebracht) sind wir alle (Lucio, Rolf und ich) angezogen und schauen uns die News des Tages an (Olympic News only).

Lucio macht sich bald einmal auf den Weg – nach litte Italy um sich die Champions Leage Spiele anzusehen. Auch hier in Kanada gibt es tatsächlich Leute, die Fussball schauen.

Rolf und ich (d.h. Rolf) machen uns ein kleines Frühstück. Italienische Würste, etwas Teigwaren und Gemüse. Dazu schauen wir das erste Drittel von USA – Schweiz. In der Pause wird aufgeräumt und auf dem gemütlichen Sofa ziehen wir uns den Rest des Spiels hinein. Max ist in der Zwischenzeit schon wieder in Vancouver und schaut das Spiel im Stadion (Strassenpreise für die Tickets waren 200.- pro Ticket). Da ist es doch “gemütlicher” vor der Kiste. Nach dem Spiel machen wir uns auf den Weg in eine kleine Mall. Rolf fährt dann zurück nach Hause und ich nehme den Sky Train bis zur 41. Strasse. Dort steige ich aus und unternehme einen Speziergang durch den Queens Park. Ein herrlich gelegener, wunderschön hergerichteter Park mit einer grandiosen Aussicht auf Downtown Vancouver. Noch mehr Lusterli gefällig. Kommt gleich. Das Curling Stadion, wo ich heute die nächsten Partien der Herren anschauen werde, ist nicht weit entfernt. Gemütlich – schliesslich darf man sich in meinem Alter nicht überanstrengen – spaziere ich durch den Park. Oben beim Terrarium – wo man auch hineingehen könnte (war ich aber nicht), steht ein Schild: Vorsicht, Kojoten im Park. “Das ist ja interessant” denke ich. Bei uns wird ja wegen der grossen Gefahr, welche von solchen wilden Tieren ausgeht und der Möglichkeit, dass einmal ein Rotwild einem solchen Tier zum Opfer fällt (was sich dann besonders negativ auf die Jägerpopulation in der Schweiz auswirken würde) alles niedergemetzelt, was grösser ist als ein Meerschweinchen. Zurück nach Vancouver. Ich spaziere also fröhlich – wie soll ich sonst auch spazieren? – den Hügel hinunter Richtung Stadion. Da läuft mir doch tatsächlich ein Tier über den Weg (etwas 50 Meter entfernt über die Strasse – nicht über den Fussgängerstreifen, was an sich schon verdächtig ist). Ich vermute (im Hinblick auf das Plakat, welches ich vorhin gesehen habe), das ist ein Kojote. Ich bin aber nicht sicher und rufe deshalb “Hallo Kojote”. Das Tier dreht sich um und schaut mich an. “Siehst Du” denke ich, “doch ein Kojote, schliesslich hat er reagiert”. Das klappt übrigens bei uns auch gut. Probier’s doch einmal aus. Nimm eine Strasse mit vielen Leuten und schreie “Idiot”. Schau wer sich alles angesprochen fühlt!

Ein paar Minuten später bin ich vor dem Stadion. Kurz darauf ist auch Max da und wir gehen zusammen hinein. Zuerst gilt es ein paar Sicherheitskontrollen zu überstehen (alles wirklich sehr gut vorbereitet) und schon sind wir drin. Noch kurz beim Hot-Dog-Stand anstehen und auch noch beim Stand für die Olympia Artikel. Max meint, wir hätten, den Flughafen Zürich eingerechnet, den grössten Teil der Zeit seit der Abreise mit Anstehen verbracht. Da lag er nicht so falsch.

Kurz vor sieben sind wir auf unseren Sitzplätzen. Die Kanadier sind einfach herrlich. Das ist jetzt eine allgemeine Feststellung: überall wo wir auftauchen und die Leute sehen, dass wir aus der Schweiz sind (das ist bei Max etwas einfacher, da er immer in der Swiss Olympic Jacke herumläuft) beginnen grosse Diskussionen (über Hockey, den Umstand, dass alle jemanden kennen, schon einmal dort waren oder sich einfach interessieren, was wir denn hier tun). Und wir mehr eindeutig. Das Verhältnis USA – Kanada ist etwa das gleich wie Deutschland – Schweiz. Mit dem Unterschied, dass bei uns die “sympathischen” im Süden wohnen. Nein, das ist keine rassistische oder diffamierende Äusserung, sondern eine auf der Herkunft und langjähriger Erfahrung beruhende Feststellung.

Curling ist einfach ein “geiler” Sport. Und was die Kanadier (ja, mein Herz schlägt schon für die Ahornblätter – solange sie nicht gegen die Schweiz spielen) auf dem Eis hinzaubern ist einfach Weltklasse. Hoffentlich auch. Aber die Deutschen haben einfach keinen Chance.

Kurz nach elf sind Max und ich – nach einem neuerlichen Spaziergang durch den Queens Park wieder zu Hause. Max geht dann schon einmal schlafen, schliesslich will er um 5.45 aus dem Hause nach Whistler zur Damenabfahrt.

Ich warte noch auf Rolf und Lucio, die sich Russland – Lettland (ein Trainingsspiel für die Russen) angesehen haben. Kurz nach zwölf sind die beiden auch zurück. Wir nehmen ein paar Tomaten und Brot mit Olivenöl als Zwischenverpflegung und Rolf fordert mich zu einem Best of 19 in BackGammon heraus. Meine Bescheidenheit lässt es nicht zu, dass ich sage wer gewonnen hat. Aber ich schlief dann um 2.30 sehr gut ein…

Another perfect day in Vancouver geht Ende. See you tomorrow.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Vancouver Olympics 2010 – 3

15. Februar 2010

Heute stelle ich fest: ich hab’s schon wieder vergessen. Mein Bruder Bruno hatte doch gestern Geburtstag. Im Nachhinein: Nur das Beste zu Deinem so und so vielten Geburtstag, ein tolles neues Jahr und einfach e zfirdeni Zyt. Den Rest besprechen wir dann beim Essen.

Um 5.30 machen sich Rolf und Max auf den Weg nach Langara. Um diese Zeit fahren noch keine Busse.

Kurz nach sieben erscheint auch für mich der neue Tag so richtig und ich stehe auf, versuche das Möglichste ohne Schönheitsoperation aus mir herauszukriegen, indem ich mich rasiere und die Haare kämme. Rolf und ich setzen und dann in den Truck und fahren zum Sochi House (dort finden 2014 die nächsten Winterspiele statt). Vorher genehmigen wir uns eines dieser gesunden Frühstücke. Heute viel gesünder als gestern. Will heissen ohne Früchte dafür mit einem herrlichen Steak.

Als kleine Attraktion hat Max für alle Athleten kleine Schweizer Glöckchen beschaffen lassen. Die Hälfte von den 300 Stück nehme ich mit, weil ich diese im Athletendorf abgeben soll. Dorthin bin ich nämlich unterwegs, weil ich dort Gelegenheit für eine Führung durch das Dorf erhalten habe (Danke Max). Gestern hat mir Melanie (von Swiss Olympic) gesagt, ich solle dort beim diesem Sochi House hinkommen. Ich stehe nun da mit meinem Rucksack (Fotokamera, Mac und so darin) und etwa 15 Kilo Glöckchen. Ich rufe den Beat an (der von gestern) und frage wo genau ich denn da hinkommen soll. Er sagt etwas von Quebec und ich frage “das blaue Haus”. “Ja, Quebec” tönt es zurück. Nur das Ding steht ein paar hundert Meter entfernt und ich bin schon fast zu spät. Ich mache mich auf den Weg dorthin und noch weiter (weil alle die ich frage mit sagen, dass ich bloss noch etwas weiter gehen müsse). Schliesslich stellt sich nach ca. 2.3 Liter Schweissausbrüchen und fünf weiteren Anrufen heraus: “Du warst genau am richtigen Ort, beim Sochi House”. Kurz vor dem Nerven- und auch sonst Zusammenbruch, werde ich dann von Beat und Melanie (Merci viu Mau) erwartet und wir können alles wie gewünscht erledigen. So komme ich dann in den Genuss der Besichtigung des Athletendorfs (ist schon eindrücklich) und natürlich des Schweizer Hauses. Das oberste Stockwerk mit herrlicher Aussicht auf einen Teil von Vancouver, einer schönen Dachterrasse soll nach den Spielen für 6.5 Mio. Fr. verkauft werden.

Unsere Besuchergruppe macht sich dann auf den Weg ins Pressezentrum in der Nähe von Gastown (schon wieder). Dort können wir die ganze Einrichtung von Radio und Fernsehen besichtigen und sehen nebenbei gleich noch den Olympiasieg von Didier Defago (jabadabadu – wie schon Fred Feuerstein zu sagen pflegte). Wirklich eindrücklich – sogar sehr eindrücklich, was da alles aufgebaut wurde. Da sind wirklich tolle Profis am Werk. Kaum sind wir Pressezentrum eingetroffen, treffe ich natürlich auf einen Bekannten – wen wundert das schon. Chrigu arbeitet seit langem beim Radio. Wir sehen uns gelegentlich – das etwa vorletzte Mal an den olympischen Spielen in Turin. Wir unterhalten uns gut und sehen den Sieg von Didier Defago. Schade, dass man viele der tollen Leute viel zu wenig häufig trifft.

Schon ist die Führung zu Ende. Vielen Dank an Melanie, Marc-André und Daniel – es war eine Freude dabei zu sein.

Mit der Curling Crew (Chefs und Frauen) machen ich mich auf den Weg nach Gastown. Beim Italiener gibt’s etwas herrliches zu Essen. Unsere Wege trennen sich nun wieder. Doch in zwei Tagen sehen wir uns schon wieder – beim Curling Spiel natürlich. Danke für den sehr unterhaltsamen Tag.

Ach ja, Max hat angerufen. “Ich hab’s ja gesagt: wenn wir gewinnen, bleibe ich in Whistler. Hier gibt’s ne Riesenparty. Tschüss, bis morgen.”

Ich mache mich auf die Schuhe, um noch einmal bei Roots einen Versuch zu wagen. Doch vergeblich. Später treffe ich dann auf einen kleineren Roots-Laden. Viel besser – da finde ich etwas und sogar die Jacke für Beat (nicht den von weiter oben – sondern einem der armen Leute die zu Hause bleiben mussten). Nach dem letzten Shopping dieser Ferien (vielleicht) setzte ich mich in einen Starbucks und schreibe und schreibe ….

Oh, by the way. Alles hier ist rot. Alle Kanadier kleiden sich rot ein, mit einem Canada-Schriftzug auf der Brust, überall hängen Fahnen mit dem Ahornblatt und an vielen Schaufenstern steht “Go Canada Go”. Jetzt muss nur noch die von allen geforderte Medaille her – im Hockey.

Best regards from downtown Vancouver.

Nun ist, es schon wieder morgen. Ich halte noch kurz fest, was gestern noch lief, hier in Richmond. Rolf holt mich bei der Skytrain Station ab und bald sind wir zu Hause. Was kochen wir heute ist die Frage. Wir beschliessen: es gibt Pizza – hausgemacht. Beim Italiener ein paar Kilometer entfernt, versteht sich. In little Italy essen wir (Rolf, Lucio und ich) eine der besten Pizza die ich je geniessen durfte, trinken ein paar Bierchen dazu und unterhalten uns über Gott und die Welt. Kurz nach elf hat uns Richmond wieder.

Das Wetter ist immer noch nicht optimal. Es regnet hier in Vancouver. Hoffentlich können alle Skirennen noch ausgetragen werden. Schon verrückt: vor einem Jahr hatte es in Whistler vier Meter Schnee um diese Zeit.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Vancouver Olympics 2010 – 2

In 7 Minuten fährt der Bus Richtung Bridgeport Station – dort wollen wir im Casino etwas Essen. Der Buss erscheint pünktlich – wir nicht. Also geht’s zu Fuss weiter. Wir entscheiden gleich bis zum Bahnhof Bridgeport weiter zu gehen. Als dann gleich ein Bus erscheint, als wir bei einer Station sind, sitzen wir doch da hinein und lassen uns chauffieren. Dort angekommen nehmen wir den Lift in den oberen Stock nehmen den Durchgang ins Nachbarhaus und schon sind wir im Riverrock Casino. Nicht, dass wir unsere Reise mit Gambling verdienen möchten – aber das gib’s Frühstück.

Frühstück gibt’s im unteren Stock und so fahren wir im Halbkreis (ich war nicht betrunken) mit der Rolltreppe wieder nach unten in die Lobby. Hinein ins Getümmel und Geklimper (oder wie sagt man diesen komischen Geräuschen der Spielautomaten) in den Food Court. Dort genehmigen wir uns ein gesundes Frühstück mit Toast, Eiern, Speck, Peanutbutter und frischen Früchten. Dazu je ein Liter Kaffee. Gestärkt befinden wir uns schon bald in der Skytrain Station. Ich gehe Richtung Flughafen (jetzt wollen wir etwas Druck auf unsere Gepäcklieferung ausüben) und Max zur Langara University (zum Studium des Abfahrtsprozedere für die Busse nach Whistler).

Am Flughafen erhalte ich Bescheid, dass unser Gepäck heute noch angeliefert wird. Das tönt schon einmal viel versprechend. Demnach gleich wieder in den Skytrain Richtung Waterfront. Max ist in der Zwischenzeit mit dem Seabus nach Vancouver gedüst. Ich düse zu Fuss durch die Stadt und vergesse etwas die Zeit. So bin ich etwas weit von der Waterfront entfernt, als Max wieder zurück ist. So geht’s für ihn gleich weiter zum Hockey Place wo ein Training von Weissrussland stattfindet.

Zurück in der Gastown (ein Stadtteil in der Altstadt von Vancouver) setze ich mich mit einem Grande Mocha draussen (ja, es ist warm in Vancouver) in den Starbucks, nehme den Mac (ja, so einer bin ich), aus dem Rucksack und beginne etwas zu schreiben. Kaum habe ich begonnen, taucht Max auf und ich höre schon wieder auf damit. Wir sitzen etwas da, geniessen die Sonne und harren der Dinge die da kommen werden. Ich beschliesse dem Beat (sozusagen einer der Curling Chefs der Schweiz) zu sagen wo ich bin. Er will auch bald nach Downtown kommen. “Ruf doch schon mal Anita (seine Frau) an, die ist auch in Gastown irgendwo.” Gesagt getan. “Hallo Anita, wo bist Du?” frage ich. “In Gastown, im Starbucks” lautet ihre Antwort. Ich denke, dass es wohl mehr als einen Starbucks geben muss und sage “ich sitze vor dem Starbucks” sage ich und es tönt zurück “dreh Dich einmal um”. Das tue ich und da sitzt Anita mit Freunden (dem anderen Curling Chef der Schweiz). Wir plaudern etwas und danach machen Max und ich uns auf den Weg ins Steamworks. Schliesslich ist schon Nachmittag und Zeit etwas zu essen. In der Zwischenzeit haben sich Andrea und Michu (sie die Tochter von Vätu dem Hockeykollegen von Polar und er ihr Freund – zur Zeit auf Weltreise) und Beat (Anita nimmt das Telefon nicht ab) angekündigt. So bestellen wir eine Portion Nachos als kleinen Appetizer. Es sollte sich dann herausstellen, dass wir alle fünf etwas davon hatten und danach für den Rest des Tages das Essen gestrichen haben. Nach sehr unterhaltsamen und aufschlussreichen Diskussionen machten wir uns auf den Weg zu Roots. Nicht zu unseren Wurzeln, weit gefehlt, nein so nennt sich eine Ladenkette mit schöööönen Kleidern. Wir schlängeln uns auf der Robson Street durch die Massen und landen schliesslich bei Roots, nachdem wir uns von allen anderen verabschiedet haben. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute in so einem kleinen Laden Platz finden. Unmöglich etwas zu kaufen. Also hinaus aus dem Laden. Wir suchen die nächste Skytrain Station und fahren zum BC Place. Dort findet die tägliche Medaillenzermonie statt. Leider geht’s da nur mit Ticket oder einer Akkreditierung hinein.  Da ich beides nicht habe spaziere ich etwas in der Gegend herum, während Max sich die Show ansieht. Nach der Show nehmen wir die nächste Bahn und den Bus und gegen halb neun sind wir zu Hause bei Lucio und Rolf.

Wir genehmigen uns noch einen Drink. Rolf versucht mir zu zeigen, dass er in Back Gammon der Held ist – was ihm leider auch gelingt. Max trifft noch ein paar Vorbereitungen für seinen Trip nach Whistler von morgen. Müde und zufrieden fallen wir ins Bett.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Vancouver Olympics 2010 – 1

Freitag, 12. Februar 2010

Einen schönen guten Morgen allerseits. Ich sitze hier in Vancouver bei meinem Freund Lucio im Büro und beginne diese Zeilen hier zu schreiben. Es ist 6.48 am Morgen und der 14. Februar 2010. Dieser Eintrag im Gedankensplitter ist etwas speziell, da eher einen Erlebnisbericht schreiben werde, als das was sich für den Gedankensplitter gehört. Habe mir aber fest vorgenommen (nicht zum ersten Mal), dass ich wieder mehr schreiben will auf dieser Seite.

Mit meinem Freund Max (ja, ich habe viele Freunde) habe ich mich am 12. Februar auf den Weg nach Kanada gemacht. Mit dem Ziel nachmittags um 14.00 in Vancouver zu landen und dann gleich an die Eröffnungsfeier zu pilgern, sassen wir um 6.02 im Zug von Bern nach Zürich Flughafen. Einen Kaffee unterwegs und schon erinnerte uns die nette Stimme aus dem Lautsprecher, dass wir aussteigen sollten. Wir wurden zwar nicht persönlich erwähnt, aber wussten halt wo aussteigen. Das ist schon toll am Flughafen Zürich. Du steigst aus dem Zug, nimmst die Rolltreppe nach oben und schon stehst Du vor dem Check-in. Nichts wie los – eingecheckt und schon hatten wir Zeit mit unserer Freundin Andrea (ja, wir haben auch Freundinnen), welche wegen uns, früher aufgestanden ist und mit der Heckschleuder (wie sie ihr BWM Cabrio liebevoll nennt) an den Flughafen gerast (dort hat sie ja auch ihr Büro – ein ganz schnuckeliges übrigens). Starbucks heisst das Ding. Da gibt’s herrlichen Kaffee. Ein paar Minuten geplaudert und schon mussten wir uns auf die Socken machen. Ab zum Gate. Dort angekommen stand einmal “verspätet” auf der Anzeigetafel. Kein Grund zur Panik – schliesslich haben wir in Frankfurt drei Stunden Aufenthalt. Da liegen ein paar Minuten Verspätung drin. Um 9.50 sollten weitere Informationen folgen. Die folgten dann auch, pünktlich sogar (schliesslich sind wir ja im Land der Uhren und der Pünktlichkeit): “Der Flug nach Frankfurt wurde annulliert, bitte begeben Sie sich zum Transferdesk” lautete kurz und bündig die Durchsage. Wir machten uns auf den Weg dorthin. Ein Chaos. Niemand wusste wo anstehen. Dann kam endlich Hilfe. Ein Dame teilte uns mit wir sollten an einem bestimmten Schalter anstehen. Die Geschwindigkeit mit der die Menschenschlange abgearbeitet wurde, hätte jedes Schneckenrennen verloren. Max sprach mit dem Reisebüro und nach etwas mehr mehr als zwei Stunden hin und her, war dann klar. Wir fliegen nach Chicago und von dort nach Vancouver. Ankunft in Vancouver kurz vor Mitternacht. Das war ein Dämpfer. Nicht wegen der lächerlichen zehn Stunden Verspätung. Aber wegen der 300 Schweizer Glöckchen, die wir die wir bei uns hatten und zum Ziel hatten an der Eröffnungsfeier vom Schweizer Team geschwungen zu werden. Das war ein Dämpfer – nicht der letzte an diesem Tag, wie sich herausstellen sollte.

Auf einen Tip hin, fragten wir beim Abflug nach Chicago nach, ob das Gepäck an Bord sei. Das wurde uns bestätigt und so ging’s los. Alles nach Plan – nach dem neuen versteht sich. D.h. wie im richtigen Projektmanagement: alle Ampeln wieder auf grün. Pünktlich landeten wir in Chicago. Da fliegt man vor der Landung über den Lake Michigan. Der See ist etwa gleich gross wie die Schweiz – da werden plötzlich ganz andere Distanzen Realität. Unser Gepäck mussten wir in Chicago aufnehmen und gleich zum weiteren Transport wieder abgeben. Die Lady, die unser Gepäck aufgenommen hat, erschien nicht sehr motiviert. Und doch landete alles auf dem Förderband. Nach kurzem anstehen hatten wir dann sogar unsere Boarding Passes (wir wurden in der First Class untergebracht) und alles war Bestens.

Am Flughafen haben wir einen jungen Schweizer kennen gelernt und ihn gleich unter den Arm genommen, da er sich mit dem Fliegen noch nicht so gut auskannte. In unserem Abflugterminal setzten wir uns in ein Restaurant, tranken ein paar horrend teure Bierchen und assen eine Kleinigkeit. Zum Zeitvertrieb jassten wir noch ein wenig. Und endlich war es an der Zeit: unser Flug nach Vancouver stand an. Und hier wäre wohl der Tip von der Dame aus Zürich wieder angebracht gewesen. Aber wir waren wohl zu müde oder dachten einfach, dass vier Stunden wohl ausgereicht haben.

Kurz nach 23 Uhr landeten wir in Vancouver. Am Gateway angekommen hatten die Leute auf dem Flughafen etwas Mühe den Gateway ans Flugzeug zu fahren. Schlussendlich musste das Flugzeug zu einem anderen Gate gezogen werden. Eine weitere halbe Stunde eines never ending days war vorbei. Endlich hatten wir das Flugzeug verlassen und standen vor dem Baggage Claim. Schon kam unser erster Koffer. Und dann kam keiner mehr… jetzt kam mir die Frage wieder in den Sinn, die ich doch in Chicago stellen wollte. Sind alle Koffer an Bord.

“The same procedure as last time” dachte ich. Zettel ausfülen, anstehen, warten, erklären und endlich durch den Zoll und nach draussen. Dort warteten mein Bruder und ein Vertreter von Swiss Olympic auf uns. Max übernahm ein paar weitere Kleider als Offizieller Vertreter von Swiss Olympic und wir standen nach draussen und warteten auf ein Taxi. Das konnte dann auch erledigt werden. Die Fahrt war zum Glück kurz und so konnten wir gegen ein Uhr morgens Lucio begrüssen. Endlich wieder an einem ruhigen Ort.

Lucio legte für uns noch eine -erstaunlich gute – Fertigpizza in den Ofen. Nach einem weiteren Bierchen und der Pizza machten war es gegen drei Uhr morgens, Zeit ins Bett zu gehen. Lucio hatte für Max, meinen Bruder Rolf und mich alles vorbereitet und so sanken wir müde ins Bett.

Samstag, 13. Februar 2010

6.45 zeigte der Wecker, als wir uns schon wieder aus den Federn erhoben. Wir wollten so schnell wie möglich nach Downtown Vancouver, damit Max seine Akkreditierung abschliessen konnte. Wenigstens die Hälfte der Glöckchen war mit meinen Koffer angekommen. Diese nahmen wir gleich unter den Arm (das ist Mode bei uns, dass wir alles unter den Arm nehmen. Immer noch besser als auf den Arm). In einem Kaffee genehmigten wir uns eine Kleinigkeit, gaben wie Glöckchen im Marriott Hotel ab und machten dann die Stadt unsicher.

Mehr dann in der nächsten Einschaltung. Jetzt gehe ich Frühstücken mit Max. Weiter geht’s mit Teil 2. Wenn der einzelne Artikel nicht so lange wird, ist es wohl einfacher zu lesen. Nun also weiter mit Teil 2.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 4 Kommentare

Architektur und die Informationstechnologie

Früher ist ja so ein Begriff. Weisst Du eigentlich wann früher war? Früher war früher viel weiter weg von heute als heute! Oder anders ausgedrückt heute bin ich mit einem Handy von gestern schon einer von früher. Früher war ja auch alles besser. Als ich vor bald 25 Jahren meine ersten Kenntnisse in der Baubranche erlangte, existierten noch fast keine Computer basierten Systeme (CAD), mit denen man Häuser zeichnen konnte. Man kann mit diesen Systemen natürlich viel mehr als bloss Häuser zeichnen, werden nun einige von euch einwenden. Das ist natürlich richtig. Aber für die heutige Betrachtung der Architektur im Allgemeinen genügt es durchaus, wenn wir davon ausgehen, dass mit solchen Systemen Häuser entworfen werden.

Heute fuhr ich auf dem Weg nach Hause von Zürich an Thun vorbei. Jene, die mich kennen und in Geografie keinen Fensterplatz hatten, werden nun die Stirne runzeln und sich fragen ob ich nicht mehr ganz richtig ticke. Nun das war so. Ich war an einer Ausstellung in Zürich und habe kurzfristig beschlossen früher auf den Weg nach Hause zu gehen. Da ich mich aber erst um neun Uhr abends angekündigt hatte und gerade einen guten Schreibfluss hatte, beschloss ich einen kleinen Umweg zu fahren. GA (Generalabonnement) sei dank. Also fuhr ich anstatt nur bis Bern gleich nach Visp. Nur um dort eine Viertelstunde das Bahnhofviertel unsicher zu machen und danach den nächsten Zug nach Hause zu nehmen. Deshalb kam ich in Thun vorbei und wurde zu diesem Artikel hier angeregt.

Stell Dir vor, Du geniesst Deine Ferien im wunderschönen Berner Oberland (wenn ich weiter so für die Schweiz schwärme kriege ich sicher bald ein Dankesschreiben von Schweiz Tourismus). Sagen wir in Adelboden. Wie sieht es da wohl aus? Sehen alle Häuser gleich aus? Haben alle die gleich grossen Fenster, die gleich grossen Zimmer, die gleiche Fassade und den gleichen kurz geschnittenen Rasen vor der Hütte? Nein! Sicher nicht! Die sehen alle anders aus! Jawoll! Das macht das ganze doch aus. Und die wurden alle (wenigstens die älteren) ohne CAD gezeichnet. Da waren noch Leute mit Phantasie am Werk. Der Kunde wurde noch gefragt. Wie viele Stockwerke darf es den sein? Willst Du eine Dachlukarne (das ist eine Aussparung im Dach mit einem richtigen Fenster)? Holzfassade oder Stein? All das wurde gefragt und dann wurde gebaut. So ging das.

Und heute? Die Architekten, dieser Haufen von Besserwissern (ich kenne auch andere – natürlich – aber auch solche), ist also heute gerade mal in der Lage auf einem ebenen Baugrund einen viereckigen Würfel hinuklotzen, ein paar Aussparungen für Fenster vorzusehen und dann hat es sich auch schon. Und was hat das nun mit der Informationstechnologie zu tun? Die neue Programme können “drag and drop”. Ich zeichne eine Wohnung “drage und drope” übereinander und nebeneinander mache daraus einen Wohnblock. “Drage und Drope” auch noch den ganzen Wohlblock, zeichne ein paar Zu- und Wegleitungen ein (die sind dann eh nicht an der Stelle wo sie eingezeichnet sind) und fertig ist die Überbauung. Und das nennt sich dann Architekt. Und wenn der Architekt dann auch noch einen Preis für seinen Wurf kriegt, ist die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass ein angenehmes Wohnen kaum möglich ist.

Was soll nun das Ganze? Ganz einfach: bei allem was wir tun, müssen wir uns wieder auf unsere Kunden besinnen. Erkennen, was der Kunde will und ihm dann helfen, mit meinem Spezialistenwissen das richtige zu tun. Zusammen finden wir den Weg!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das schlechtwetter Schattengewächs

Was um alles in der Welt ist ein schlechtwetter Schattengewächs? Weisst Du das? Nun ich wusste es auch nicht. Wie ich darauf kam – später. Zuerst gilt es die wirklich wichtige Frage zu klären was ist schlechtes Wetter. Gesten in der Wettervorschau war es wieder einmal so weit: “morgen gibt es schönes Wetter. Will heissen Sonnenschein den ganzen Tag, kein Wölkchen am Himmel und 30 Grad am Schatten” plärte die weibliche Ausführung des Actimel fressenden Kachelmann aus dem Fernseher. Damit sei geklärt: der Kachelmann sollte sich als echter Schweizer lieber auf Schweizer Produkte ausrichten wie Aktifit und Benecol. OK, OK – da können sich die Geister scheiden. Aber mit Verlaub liebe Wettermacher. Ist es wirklcih erstrebenswert den ganzen Tag Sonnenschein und 30 Grad am Schatten zu haben. Frage doch einmal einen Eisbären oder einen Pelikan – äh nein den Dings vom Eis meine ich – ja, den Pinguin. Was die wohl sagen würden bei 30 Grad und Sonne. Oder frage doch einmal mich. Ich bin ja nicht gerade aus dem kühlen Norden. Trotzdem – von wegen schönes Wetter. Englisch muss es sein. Nicht die Sprache, das Wetter natürlich. Wind, Wolken etwas Regen zwischendurch und nicht mehr als 22.5 Grad – das ist schönes Wetter. Gut es gibt auch andere, die mögen es noch kühler. Daraus lässt sich folgern. Das Wetter ist nie schön oder schlecht. Sondern einfach passend oder nicht. Schneefall im Sommer ist nicht passend. 30 Grad am Schatten mitten im Winter auch nicht. Regen an einer Hochzeit – meistens nicht passend. Aber was soll’s? Hauptsache es ist Wetter und es findet draussen statt.

Zurück zum schlechtwetter Schattengewächs. Da war ich damit gemeint. Conny, eine der vielen guten Feen, da wo ich arbeite, hat mich vor ihren Ferien so genannt. So wie ich sie dabei einschätze war das nicht auf schlechte Laune oder Vorferien-Koller zurückzuführen. Sie meint das so – immer noch. Das mit dem “schlechtwetter” wäre wohl mit den Zeilen am Anfang geklärt. Das mit dem Schattengewächs, muss kurz beschrieben werden. Neben der unsäglichen Hitze, ab 22.5 Grad bin ich auch nicht gerade einer, der gerne in der Sonne steht. Schon eher im Rampenlicht – aber das ist ja noch etwas anderes. Ich gedeihe einfach besser bei weniger (es darf auch viel weniger sein) als 22.5 Grad und im Schatten. Darum auch das Schattengewächs. Mich beschäftigt schon seit einiger Zeit die Frage, warum es so Viecher wie die Schildkröten so schön haben, dass sie dann, wenn für sie die falsche Jahreszeit ist, nämlich im Winter, einfach im Kühlschrank gelagert werden können. Dann, wenn sich die Sonne wieder zeigt, nimmt man (mein Sohn) die Schildkröten wieder heraus und schon sind sie wieder munter. Warum gibt es so eine tolle Einrichtung nicht auf für Menschen. Einfach umgekehrt. Ich würde liebend gerne im Sommer in den Kühlschrank, ein richtiges Nickerchen von drei bis vor Monaten nehmen und dann munter in den Winter zu steigen. Der Vorteil wäre auch, dass dann der Kühlschrank frei wäre, da ja die Schildkröten im Sommer wach sind.  Allen wäre geholfen und sogar die Kühlschrank Auslastungsziffer könnte bedeutend erhöht werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Marc der freie Schriftsteller

Sie kennen Marc nicht? Marc ist ein Freund von mir – und ich bin stolz darauf. Am letzten Freitag stellte Marc seinen letzten Wurf vor. Atlan. Sie kennen Atlan nicht? Nun Atlan ist eine Science Ficition Figur aus der Perry Rhodan Reihe. Die gibt es immerhin schon bald fünfzig Jahre. Die grösste Science Fiction Serie der Welt und erst noch auf Deutsch. Aber eigentlich will ich hier und jetzt nicht von Science Fiction schreiben sondern von Marc. Also mit Marc und ein paar anderen verbrachte ich den Abend des letzten Freitags. Eben Marc ist Schriftsteller und ich versprach ihm: “den ersten Beitrag in meinem neuen Blog widme ich Dir”. So sitze ich nun hier in meinem Bett und schreibe. Meine Lebenspartnerin schläft schon – gleich neben mir. Normalerweise geht Entrüstung oder wenigstens Verwunderung durch die meistens kleine Menge an Zuhörern, wenn ich erzähle, dass ich im Bett schreibe, während meine Lebenspartnerin (übrigens meine Frau, wenn man dem heute noch so sagen darf) neben mir schläft. Trotzdem: ich schreibe im Bett.

Zurück zu Marc. Am 11. August fliegt er nach Gran Canaria. Er wird dort versuchen vom Tauchen und Schreiben zu leben. So wie ich ihn kenne, wird er aber auch versuchen die Liebe nicht zu kurz kommen zu lassen. Dürfte ihm ja auch nicht schwer fallen. Jung, gut aussehend, charmant, freundlich und gar nicht scheu, wie er ist, wird er sicher für gute Unterhaltung sorgen. Ich bin schon etwas neidisch auf den Marc. So ein Jahr auf die Insel und hauptsächlich schreiben, das wär schon toll.

Woher ich Marc kenne? Ganz einfach: wir gingen zusammen zur Schule. D.h. in die gleiche Weiterbildung. Ich war Dozent für Projektmanagement und er einer der armen Studenten, die sich wöchentlich einmal anhören mussten, was ich darunter verstehe. So schlecht war das wohl nicht, denn unsere Wege kreuzten sich immer wieder. Und vorgestern in Zürich wieder. Er hat uns, den Zuhörern, erklärt was es mit Science Fiction auf sich hat, wer Perry Rhodan ist und was es bedeutet Schriftsteller zu sein. Den Abend haben wir im kleineren Kreise, mit seinen ehemaligen Mitbewohnern des Moesli (www.moes.li), einer äusserst charmanten Schwedin aus Bern und ein paar Perry Rhodan Fans bei Weissbier, Kebab und anderen kulinarischen Höhenflügen beendet. Ein Highlight war dann aber die Fahrt nach Hause, in Marcs schon etwas in die Jahre gekommenen Peugeot. Damit, so gegen zwei Uhr morgens, keine Schlafstimmung aufkam, hat Gabi vorgeschlagen, wir sollten doch dieses Spiel spielen: ich denke mir was aus und ihr müsst erraten was. Es galt eine Perry Rhodan Tasche, ein Kaleidoskop, einen Golfball und den Koch aus der Muppets Show herauszufinden. Ich hatte schon lange keinen so amüsanten Heimweg mehr, von Zürich nach Bern. Danke Gabi und Marc. Das war einfach krönend.

Lieber Marc, ich wünsche Dir eine tolle Zeit in Gran Canaria. Geniesse die Zeit, schreib viel und lass an den Kiosken auf Dich aufmerksam machen. Wir werden Dich lesen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare