Freitag, 12. Februar 2010
Einen schönen guten Morgen allerseits. Ich sitze hier in Vancouver bei meinem Freund Lucio im Büro und beginne diese Zeilen hier zu schreiben. Es ist 6.48 am Morgen und der 14. Februar 2010. Dieser Eintrag im Gedankensplitter ist etwas speziell, da eher einen Erlebnisbericht schreiben werde, als das was sich für den Gedankensplitter gehört. Habe mir aber fest vorgenommen (nicht zum ersten Mal), dass ich wieder mehr schreiben will auf dieser Seite.
Mit meinem Freund Max (ja, ich habe viele Freunde) habe ich mich am 12. Februar auf den Weg nach Kanada gemacht. Mit dem Ziel nachmittags um 14.00 in Vancouver zu landen und dann gleich an die Eröffnungsfeier zu pilgern, sassen wir um 6.02 im Zug von Bern nach Zürich Flughafen. Einen Kaffee unterwegs und schon erinnerte uns die nette Stimme aus dem Lautsprecher, dass wir aussteigen sollten. Wir wurden zwar nicht persönlich erwähnt, aber wussten halt wo aussteigen. Das ist schon toll am Flughafen Zürich. Du steigst aus dem Zug, nimmst die Rolltreppe nach oben und schon stehst Du vor dem Check-in. Nichts wie los – eingecheckt und schon hatten wir Zeit mit unserer Freundin Andrea (ja, wir haben auch Freundinnen), welche wegen uns, früher aufgestanden ist und mit der Heckschleuder (wie sie ihr BWM Cabrio liebevoll nennt) an den Flughafen gerast (dort hat sie ja auch ihr Büro – ein ganz schnuckeliges übrigens). Starbucks heisst das Ding. Da gibt’s herrlichen Kaffee. Ein paar Minuten geplaudert und schon mussten wir uns auf die Socken machen. Ab zum Gate. Dort angekommen stand einmal “verspätet” auf der Anzeigetafel. Kein Grund zur Panik – schliesslich haben wir in Frankfurt drei Stunden Aufenthalt. Da liegen ein paar Minuten Verspätung drin. Um 9.50 sollten weitere Informationen folgen. Die folgten dann auch, pünktlich sogar (schliesslich sind wir ja im Land der Uhren und der Pünktlichkeit): “Der Flug nach Frankfurt wurde annulliert, bitte begeben Sie sich zum Transferdesk” lautete kurz und bündig die Durchsage. Wir machten uns auf den Weg dorthin. Ein Chaos. Niemand wusste wo anstehen. Dann kam endlich Hilfe. Ein Dame teilte uns mit wir sollten an einem bestimmten Schalter anstehen. Die Geschwindigkeit mit der die Menschenschlange abgearbeitet wurde, hätte jedes Schneckenrennen verloren. Max sprach mit dem Reisebüro und nach etwas mehr mehr als zwei Stunden hin und her, war dann klar. Wir fliegen nach Chicago und von dort nach Vancouver. Ankunft in Vancouver kurz vor Mitternacht. Das war ein Dämpfer. Nicht wegen der lächerlichen zehn Stunden Verspätung. Aber wegen der 300 Schweizer Glöckchen, die wir die wir bei uns hatten und zum Ziel hatten an der Eröffnungsfeier vom Schweizer Team geschwungen zu werden. Das war ein Dämpfer – nicht der letzte an diesem Tag, wie sich herausstellen sollte.
Auf einen Tip hin, fragten wir beim Abflug nach Chicago nach, ob das Gepäck an Bord sei. Das wurde uns bestätigt und so ging’s los. Alles nach Plan – nach dem neuen versteht sich. D.h. wie im richtigen Projektmanagement: alle Ampeln wieder auf grün. Pünktlich landeten wir in Chicago. Da fliegt man vor der Landung über den Lake Michigan. Der See ist etwa gleich gross wie die Schweiz – da werden plötzlich ganz andere Distanzen Realität. Unser Gepäck mussten wir in Chicago aufnehmen und gleich zum weiteren Transport wieder abgeben. Die Lady, die unser Gepäck aufgenommen hat, erschien nicht sehr motiviert. Und doch landete alles auf dem Förderband. Nach kurzem anstehen hatten wir dann sogar unsere Boarding Passes (wir wurden in der First Class untergebracht) und alles war Bestens.
Am Flughafen haben wir einen jungen Schweizer kennen gelernt und ihn gleich unter den Arm genommen, da er sich mit dem Fliegen noch nicht so gut auskannte. In unserem Abflugterminal setzten wir uns in ein Restaurant, tranken ein paar horrend teure Bierchen und assen eine Kleinigkeit. Zum Zeitvertrieb jassten wir noch ein wenig. Und endlich war es an der Zeit: unser Flug nach Vancouver stand an. Und hier wäre wohl der Tip von der Dame aus Zürich wieder angebracht gewesen. Aber wir waren wohl zu müde oder dachten einfach, dass vier Stunden wohl ausgereicht haben.
Kurz nach 23 Uhr landeten wir in Vancouver. Am Gateway angekommen hatten die Leute auf dem Flughafen etwas Mühe den Gateway ans Flugzeug zu fahren. Schlussendlich musste das Flugzeug zu einem anderen Gate gezogen werden. Eine weitere halbe Stunde eines never ending days war vorbei. Endlich hatten wir das Flugzeug verlassen und standen vor dem Baggage Claim. Schon kam unser erster Koffer. Und dann kam keiner mehr… jetzt kam mir die Frage wieder in den Sinn, die ich doch in Chicago stellen wollte. Sind alle Koffer an Bord.
“The same procedure as last time” dachte ich. Zettel ausfülen, anstehen, warten, erklären und endlich durch den Zoll und nach draussen. Dort warteten mein Bruder und ein Vertreter von Swiss Olympic auf uns. Max übernahm ein paar weitere Kleider als Offizieller Vertreter von Swiss Olympic und wir standen nach draussen und warteten auf ein Taxi. Das konnte dann auch erledigt werden. Die Fahrt war zum Glück kurz und so konnten wir gegen ein Uhr morgens Lucio begrüssen. Endlich wieder an einem ruhigen Ort.
Lucio legte für uns noch eine -erstaunlich gute – Fertigpizza in den Ofen. Nach einem weiteren Bierchen und der Pizza machten war es gegen drei Uhr morgens, Zeit ins Bett zu gehen. Lucio hatte für Max, meinen Bruder Rolf und mich alles vorbereitet und so sanken wir müde ins Bett.
Samstag, 13. Februar 2010
6.45 zeigte der Wecker, als wir uns schon wieder aus den Federn erhoben. Wir wollten so schnell wie möglich nach Downtown Vancouver, damit Max seine Akkreditierung abschliessen konnte. Wenigstens die Hälfte der Glöckchen war mit meinen Koffer angekommen. Diese nahmen wir gleich unter den Arm (das ist Mode bei uns, dass wir alles unter den Arm nehmen. Immer noch besser als auf den Arm). In einem Kaffee genehmigten wir uns eine Kleinigkeit, gaben wie Glöckchen im Marriott Hotel ab und machten dann die Stadt unsicher.
Mehr dann in der nächsten Einschaltung. Jetzt gehe ich Frühstücken mit Max. Weiter geht’s mit Teil 2. Wenn der einzelne Artikel nicht so lange wird, ist es wohl einfacher zu lesen. Nun also weiter mit Teil 2.